Wrestling

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Johann Ohneland
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Re: Wrestling

Beitragvon Johann Ohneland » 10.06.2016 14:32

Mittlerweile sind bei WWE die Standards glücklicherweise und nach starkem öffentlichen Druck doch etwas höher. Ungeschützte Stuhlschläge gegen den Kopf sieht man da zum Beispiel gar nicht mehr.
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Re: Wrestling

Beitragvon Kane » 10.06.2016 14:51

Ja, wenn gleich ich die "Doku" doch recht authentisch fand, da gab es ja schon andere z.B "Selfdestruction of the Ultimate Warrior", wo irgendwelche Wrestler dafür bezahlt wurden um über "Warrior" zu lästern, hat man das Ding nicht irgendwann vom Markt genommen und neu aufbereitet mit einem anderen Arbeitstitel ?
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Re: Wrestling

Beitragvon Johann Ohneland » 10.06.2016 15:14

Vince McMahon war halt mal wieder sauer auf den Warrior, weil der seine Verträge nicht eingehalten hat - und generell ein ziemlicher Idiot gewesen sein muss bis kurz vor seinem Tod. Da hat er dann ne eher vernichtende Doku drehen lassen, ganz einfach nur weil er Vince McMahon ist und das kann. Da man sich danach aber wieder besser mit dem Warrior verstand, hat man diese DVD dann wieder unter den Tisch fallen lassen.

Die verlinkte Doku ist auch sehr authentisch. Eigentlich ein Wunder, das die überhaupt veröffentlich wurde, aber als die Dreharbeiten begannen, war WWF noch hinter WCW in den Ratingwars und McMahon war eigentlich jede Aufmerksamkeit recht, die er bekommen konnte. Ich glaub im Nachhinein würde es das als Fehler ansehen. Aus der selben Zeit und auch sehr interessant ist die "Wrestling with Shadows"-Doku über Bret Hart, die während der Vorgeschichte des berüchtigten Montreal Screwjobs aufgenommen wurde.
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Re: Wrestling

Beitragvon Kane » 10.06.2016 15:36

Johann Ohneland hat geschrieben:Aus der selben Zeit und auch sehr interessant ist die "Wrestling with Shadows"-Doku über Bret Hart, die während der Vorgeschichte des berüchtigten Montreal Screwjobs aufgenommen wurde.


Kenne ich :mrgreen:

Wobei ich nach der Sache mit Alundra Blayze sogar auch Vince verstehen konnte.. Aber die Doku gibt schon tiefe Einblicke aber eben nur eine Seite der Medaille.
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Re: Wrestling

Beitragvon Kane » 24.01.2017 20:07

Trump ist wohl der einzige Präsident der behaupten kann, er wurde gestonecoldstunned :mrgreen:

https://www.youtube.com/watch?v=WUnVDs7PmLk
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Re: Wrestling

Beitragvon Johann Ohneland » 29.03.2017 14:32

Wie alle Jahre im Frühling steht auch nun wieder Wrestlemania vor der Tür. In der Nacht von Sonntag auf Montag präsentiert WWE eine pickepacke volle Card, die allerdings bisher nur bedingt Jubelstürme verursacht hat. Dafür sind die Kämpfe aber zumeist wenigstens besser aufgebaut als im vergangenen Jahr. Stattfinden wir das Ganze in Orlando, Florida vor einem ausverkauftem Haus von ca. 80.000 Zuschauern.

WWE Championship Match
Bray Wyatt © vs. Randy Orton

WWE Universal Championship Match
Goldberg © vs. Brock Lesnar

Singles Match
Roman Reigns vs. The Undertaker

Non-Sanctioned Match
Seth Rollins vs. Triple H

WWE United States Championship Match
Chris Jericho © vs. Kevin Owens

Singles Match
AJ Styles vs. Shane McMahon

WWE Intercontinental Championship Match
Dean Ambrose © vs. Baron Corbin

WWE Raw Women's Championship - Fatal 4-Way Elimination Match
Bayley © vs. Charlotte Flair vs. Nia Jax vs. Sasha Banks

Mixed Tag Team Match
Nikki Bella & John Cena vs. Maryse & The Miz

WWE Raw Tag Team Championship - Triple Threat Ladder Match
Karl Anderson & Luke Gallows © vs. Big Cass & Enzo Amore vs. Cesaro & Sheamus

-------------------------------------------------------------
Pre Show

WWE Cruiserweight Championship Match
Neville © vs. Austin Aries

WWE SmackDown Women's Championship Match
Alexa Bliss © vs. Becky Lynch vs. Carmella vs. Mickie James vs. Naomi vs. Natalya vs. ???

Andre the Giant Memorial Battle Royal
Teilnehmer: Apollo Crews, Big Show, Bo Dallas, Braun Strowman, Curtis Axel, Curt Hawkins, Chad Gable, Dolph Ziggler, Epico, Fandango, Goldust, Heath Slater, Jey Uso, Jimmy Uso, Jinder Mahal, Mojo Rawley, Primo, R-Truth, Rhyno, Sami Zayn, Tyler Breeze +???


Mit Preshow wird der ganze Spaß 7 Stunden dauern. Mal schauen, ob ich das durchhalte.
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Re: Wrestling

Beitragvon Kane » 29.03.2017 19:35

Finde die Matches interessant, warum muss John Cena son Mix Ding machen? Gegen Undertaker hätte mir besser gefallen, ist ja wahrscheinlich seine letzte WM :cry:

Lesner gegen Goldberg dürfte wieder mal interessant werden :mrgreen:

Die ganzen Titel regen mich etwas auf, was ist denn höher Champion oder Universal Champion?
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Re: Wrestling

Beitragvon Kane » 03.04.2017 20:24

Johann Ohneland hat geschrieben:
Mit Preshow wird der ganze Spaß 7 Stunden dauern. Mal schauen, ob ich das durchhalte.


Der Abgang des Undertakers war natürlich perfekt inszeniert. Ich habe sein Debut bei Survivor Series 90 gesehen und heute das Ende seiner Karriere, Gott man wird alt :cry:

Mega Stimmung bei Lesner gegen Goldberg, ich habe so etwas selten bei Wrestlemania bzw. Wrestling gesehen :shock:

75.000 Zuschauer am Ring ist natürlich auch eine Hausnummer!
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Re: Wrestling

Beitragvon PiR » 05.04.2017 11:28

Kane hat geschrieben:
Der Abgang des Undertakers war natürlich perfekt inszeniert. Ich habe sein Debut bei Survivor Series 90 gesehen und heute das Ende seiner Karriere, Gott man wird alt :cry:



Wenn man bedenkt, dass er sich 1998 schon relativ schwer verletzt hat (Hell in a Cell Match gegen Mankind), hat er doch noch recht lange durchgehalten. Sicherlich eine der größten Persönlichkeiten im Wrestling überhaupt.

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Re: Wrestling

Beitragvon Kane » 13.06.2017 20:03

Soo erstmal Tickets für Hamburg gesichert, schön nah am Ring :mrgreen:
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Re: Wrestling

Beitragvon vfb-socke » 16.06.2017 12:19

Kane hat geschrieben:Soo erstmal Tickets für Hamburg gesichert, schön nah am Ring :mrgreen:


Oh, vielleicht werde ich auch hinfahren. Wollte mir schon immer mal die WWE Live angucken.

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Re: Wrestling

Beitragvon Kane » 25.10.2017 10:59

Bin schockiert!

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Re: Wrestling

Beitragvon Kane » 04.09.2019 16:19

ENDLICH ENDLICH ENDLICH bekommt die WWE mal ernsthafte Konkurrenz !

Die AEW (All Elite Wrestling) feierte ihre vierte Großveranstaltung All Out vor 11.000 Fans in Chicago.

Scheint so als wenn dort etwas großes wachsen könnte.

Hier gibts eine deutsche Fanseite:

http://aew-germany.de/
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Re: Wrestling

Beitragvon vfb-socke » 05.09.2019 11:59

Ich verfolge die AEW auch schon seit der Gründung. Und mir macht das Produkt in jedem Fall mehr Spaß als WWE. Allerdings muss man die wöchentlichen TV-Shows abwarten und gucken, wie sich der Newcomer da schlägt. In den PPVs waren die Jungs wirklich sehr stark und vor allem frisch und anders. Ich bin in freudiger Erwartung! Am 2.10. starteten die Weeklys. :P

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Re: Wrestling

Beitragvon Kane » 05.09.2019 14:17

vfb-socke hat geschrieben:Ich verfolge die AEW auch schon seit der Gründung. Und mir macht das Produkt in jedem Fall mehr Spaß als WWE. Allerdings muss man die wöchentlichen TV-Shows abwarten und gucken, wie sich der Newcomer da schlägt. In den PPVs waren die Jungs wirklich sehr stark und vor allem frisch und anders. Ich bin in freudiger Erwartung! Am 2.10. starteten die Weeklys. :P


Bin da echt schwer gespannt, habe auch lange nicht mehr so tolle Interviews gesehen!
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Re: Wrestling

Beitragvon Tomick » 11.09.2019 12:16

Wo ist der Unterschied zwischen der AEW und der WWE?

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Re: Wrestling

Beitragvon vfb-socke » 11.09.2019 15:57

Tomick hat geschrieben:Wo ist der Unterschied zwischen der AEW und der WWE?

AEW ist eine neue Liga, die direkt aus dem Independent-Bereich entstanden ist und von Wrestlern geführt wird. Ein weiterer Faktor ist, dass das Wrestling primär im Fokus stehen soll. Also weniger fremdschämende Interview-Segmente, sondern mehr Wrestling. Des Weiteren werden Siege und Niederlagen gezählt (als Statistik). Dadurch soll Siegen und Niederlagen mehr Gewicht gegeben werden und ein sportlicher Wettkampf suggeriert werden. In meinen Augen sind bei AEW dazu noch bessere Wrestler am Start - Kenny Omega, Young Bucks, Lucha Bros. Ich habe in den letzten Jahren auch ein bisschen Indi-Wrestling geguckt und mich auch im japanischen Wrestling reingeguckt. Dort sind schon wirkliche Talente am Start. Und eben kein Brock Lesnar, der zwar gut ist, aber eigentlich kein Wrestler ist...

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Re: Wrestling

Beitragvon Kane » 11.09.2019 16:20

vfb-socke hat geschrieben: Also weniger fremdschämende Interview-Segmente, sondern mehr Wrestling.


Das ist wirklich so nervig und der Hauptgrund warum ich keine WWE mehr anschaue, schreckliche Storylines die nur von noch schlimmeren Interviews übertroffen werden. Gefühlt ist 80% der Sendezeit nur Gelaber.
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Re: Wrestling

Beitragvon Johann Ohneland » 12.09.2019 11:34

Wobei man sicherlich abwarten muss, wie ne sehr stark Indy-zentrierte Promotion im Mainstream ankommt. Gibt doch einige Sachen, die im kleinen Biotop des Indenpendent Wrestlings funktionieren, aber auf der großen Bühne hauptsächlich Verwunderung hervorrufen. Ich denke da zum Beispiel an Orange Cassidy, Joey Janella usw. Das Problem hat ja WWE auch durchaus beim Übergang von NXT zu den Main-Shows. Bin mir auch etwas unsicher, ob wirklich jeder Wrestler und jede Story für lange Matches geeignet ist. Aber nichtsdestotrotz bin ich auch sehr gespannt auf die Show und was kann besser sein als ein vernünftiges und unterhaltendes neues Projekt?

Generell kann man aber sagen, dass der Wrestlingmarkt gerade erheblich in Bewegung gekommen ist. Auch wenn man sicherlich nicht den Mainstream-Appeal wie zu Hochzeiten von Hulk Hogan oder The Rock und Steve Austin hat, geht es der Branche an sich gerade wohl so gut wie lange nicht mehr. Ich würde sogar behaupten, dass es seit dem Ende von WCW und ECW nicht mehr so viele gute Talente und gleichzeitig auch so viele Möglichkeiten Geld zu verdienen gab. Ich hab mir mal ne kleine Übersicht zur Wrestlingwelt derzeit überlegt, die vielleicht für den ein oder anderen interessant ist, aber natürlich auch hoch subjektiv ist. Und wen es nicht interessiert, der muss das ja auch nicht lesen :mrgreen: Der erste Teil würde sich mit WWE beschäftigen, bevor ich mich in den kommenden Tagen versuche AEW und der nordamerikanischen Szene insgesamt zu widmen.

Generell ist das Wrestling in Nordamerika wohl gerade so sehr in Bewegung wie lange nicht mehr. Die Ursachen sind sicherlich zahlreich. Aber u.a. ist die gute US-Konjunktur zu nennen, die Eröffnung neuer Vertriebs- und Darstellungswege über die sozialen Medien, aber auch sehr viel externes Geld, das in die verschiedensten Companies gepumpt wird. Abzuwarten bleibt, ob sich hier bereits eine Blase abzeichnet oder ob es eine nachhaltige Entwicklung ist. Auf jeden Fall ist es aber eine Entwicklung, die es erstmalig wieder erlaubt, WWE in irgendeiner Form vielleicht nicht anzugreifen, aber zumindest zu ärgern

World Wrestling Entertainment
WWE ist natürlich weiterhin der globale Marktführer und Platzhirsch der Wrestling-Branche. Kein anderer Player verfügt über solche Finanzmittel und auch mediale Anerkennung. WWE hat es geschafft synonym mit dem Begriff Wrestling in den größtenteil der Medien zu werden. Ironischerweise ist es gerade der Zusammenbruch des klassischen TV-Marktes der WWE Unsummen (mehrere Milliarden Dollar) beschert. Nachdem WWE jahrelang versucht hatte, sich eben nicht als Sport und dafür als Entertainment-Unternehmen darzustellen, auch um Vince McMahons Ego und Ansehnen unter seinen republikanischen Freunden zu stärken, ist man nun in die genau andere Richtung gekippt und präsentiert sich gegenüber Rechtehändlern als Sportprogramm. Der Grund ist einfach: Bis auf Liveübertragungen von Sport geht im US-Fernsehen derzeit gar nichts mehr. Die Folge ist ein Bieterwettkampf, um alles was nicht niet und nagelfest ist und irgendwie nach Liveprogramm aussieht. Die Folge sind mittlerweile über 10 Stunden WWE-Programm in der Woche, die sich in Zukunft noch ausweiten werden, da man die hauseigene Nachwuchsabteilung NXT live 2 Stunden gegen das neue Programm von AEW auf den USA Network senden wird. Das USA Network selber verliert Smackdown an FOX, behält aber Raw zu unglaublich lukrativen Konditionen für WWE. Die ja auch noch den hauseigenen Streaming-Dienst im Angebot hat, mit dem man sich von klassischen PPVs unabhängig machte. Als weitere zentrale Einnahmequelle kommt ein ziemlich umstrittener Deal mit dem saudischen Königshaus hinzu, der weitere Millioneneinnahmen für die nächsten 10 Jahre verspricht.

Das Geld wurde vor allem Paul Levesque (Ringname Triple H) genutzt, um ein weltweites Netzwerk an Partnerpromotions und Trainingscamps aufzubauen. Man verfügt über Partner in zahlreichen Ländern Europas, in der US-Indy-Landschaft (Gabe Sopolskis "World Wrestling Network" mit u.a. Evolve, Dragon Gate USA oder Shimmer Women Wrestling). Man hat ein finanziell sich quasi selbstragendes Nachwuchssystem mit NXT aufgebaut und ins UK erweitert, wo man auch eigene Shows produziert, um in Kooperation mit "Progress" und auch der deutschen "wXw" vom sehr heißen britischen Wrestlingmarkt zu profitieren. Allerdings fühlen sich auch einige Leute daran erinnert, wie Vince McMahon in den 80er Jahren den US-Wrestlingmarkt von der NWA und den zahlreichen regionalen Promotions übernahm. Denn dass Vinnie Mac seinen Biss nicht verloren hat, sieht man durchaus daran, wie WWE auf AEW reagiert. Nämlich mit dem Senden zeitgleicher Programme, dem Abwerben von Wrestlern usw. Noch ist nicht so weit, dass WWE den TV-Sendern die Pistole auf die Brust setzt und mit Boykott droht, aber wer sich anschaut, wie WWE das globale Imperium wurde, dass es ist, für den ist es wohl nur eine Frage der Zeit. Zeigt aber auch, dass WWE AEW ernst nimmt.

Das liegt sicherlich auch darin begründet, dass es bei der kreativen Seite von WWE derzeit erheblich hapert. Zwar bieten NXT, NXT UK und auch 205 Live ziemlich unterhaltsame Sendungen, aber die beiden Hauptschlachtschiffe Smackdown und Raw sind aus meiner Sicht in einen Zustand steter Belanglosigkeit gefangen. Um für Werbepartner attraktiv zu werden und das gefürchtete PG14-Rating zu vermeiden, hat man das Produkt ziemlich glattgeschliffen und es soll zumindest so sein, dass jedwede Langzeitpläne dadurch untergraben werden, dass Vince die Shows jede Woche eigenhändig umschreibt. Keine Ahnung, ob das wahr ist, aber dass WWE gute Shows produzieren kann, sieht man an NXT, das allerdings größtenteils in der Hand von Triple H liegt, der als Kronprinz auch gegenüber den Shareholdern aufgebaut werden soll.

Auch hat der Aufbau neuer Stars erheblich darunter gelitten, dass man sich im Zweifel versucht, auf Zugpferde der letzten 20 Jahre zu verlassen (Triple H, Undertaker, Brock Lesnar, John Cena). Zum Teil ist dass der Firmenpolitik geschuldet, dass man niemanden größer als die Company werden lassen will, um von einem Abgang der Stars nicht negativ beeinflusst zu werden. Das ganze hat aber natürlich auch den Nachteil, dass die "larger than life" Charaktere fehlen, die die Leute zum Einschalten bewegen. Gleichzeitig hat man ein unglaublich talentiertes und umfangreiches Roster, wo sehr viele Nachwuchsleute auf dem Weg nach oben stecken bleiben, weil sie im Zweifel dann doch wieder einen Altstar vor die Nase gesetzt bekommen. Die Frustration hat ja auch schon zu einigen Kündigungen geführt, auch weil eben Kenny Omega, Cody Rhodes oder auch die Young Bucks gezeigt haben, dass man auch außerhalb von WWE gutes Geld mit nicht unebdingt mehr Arbeit verdienen kann. Momentan erkauft sich WWE die Loyalität seiner Angestellten mit erheblichen Vertragsverbesserungen. Die Frage ist allerdings, ob das ewig so funktionieren kann.
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Re: Wrestling

Beitragvon vfb-socke » 13.09.2019 08:26

Sehr schön geschrieben! Kommt meiner Wahrnehmung sehr nah. Gab mal ne eine Promo von CM Punk (die berühmte PipeBomb-Promo), in der er schon sagte, wie es jetzt mittlerweile ist. Vince diktiert das Geschehen bis ins kleinste Detail und lässt keinen Platz für Talente an der dünnen Spitze. Das Booking von WWE ist klassisch 50/50 und damit erzeugt man eben keine neuen Stars. Siege und Niederlagen sind bei WWE einfach egal geworden.


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