FIFA

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Kridde
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Re: FIFA

Beitragvon Kridde » 16.10.2015 22:50

Amnestie für den Kaiser! Beckenbauer ist mit Matze Knop schon genug gestraft.

kanzlermirko
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Re: FIFA

Beitragvon kanzlermirko » 18.10.2015 09:17

Also, ich bin ja für die Claudia Roth als DFB-Präsidentin.
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Dino
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Re: FIFA

Beitragvon Dino » 18.10.2015 11:26

Ja, glaubt den jemand, dass seit den 90er Jahren (um nicht zu tief in die Vergangenheit einzusteigen) auch nur eine einzige Fußball-WM an ein Land vergeben wurde, ohne dass dabei Stimmen gekauft wurden (werden mussten)?
Die FIFA ist ja nicht erst unter Blätter zum korrupten Haufen degeneriert. Sein Vorgänger Havelange, in dessen Amtszeit (bis 1998) das Geschäft mit den Fernsehrechten massiv entwickelt wurde, wurde ja bereits als Korruptus entlarvt und musste seinen Ehrenvorsitz bei der FIFA sowie deinen Sitz im internationalen Olympischen Kommittee "freiwillig" niederlegen, um Rausschmissen zuvorzukommen.

Herr Niersbach täte gut daran, jetzt schnellstmöglich folgende Fragen präzise zu beantworten, anstatt schwammige Dementis abzugeben:
Hat der DFB/das Bewerbungs- bzw. Organisationskommittee für die WM 2006 Geld (die behaupteten 10,3 Mio. Schweizer Franken) vom seinerzeitigen Addidas-Chef Dreyfus entgegengenommen?
Wenn ja, warum und wofür?
Wie kam es dazu, dass eben dieser Bertrag (umgerechnet 6,7 Mio. €) 2005 vom DFB an die FIFA gezahlt wurden, angeblich ja für ein Kulturprogramm, dass es nie gegeben hat?
Wenn so ein (reichlich teures) Kultuprogramm nie zustande gekommen ist, warum hat man das Geld nicht kurzfristig zurückgefordert?
Weshalb werden offenbar erst jetzt, nachdem der Spiegel das Thema publik gemacht hat interne Untersuchungen zu dem Zahlungsvorgang eingeleitet?
Warum wurde das DFB-Präsidium erst verspätet und nachträglich darüber informiert, dass diesbezüglich von Herrn Niersbach eine Untersuchung in Auftrag gegeben wurde?

Entweder klare und überprüfbare Antworten auf diese sich aufdrängenden Fragen oder ab in die Versenkung!
Zeitspielerei, Gedächtnislücken und das Nichtzulassen von Rückfragen sind jedenfalls Taktiken, die nicht mehr akzeptiert werden. Durchkommen wird damit inzwischen auch niemand mehr. Der ohnehin falsche Lack ist ab bei den Fußballfürsten. Sie sind alle längst nicht mehr unantastbar. Je schneller sie es lernen / man es Ihnen beibringt, desto besser!

By the way: Herr Dreyfus war auch derjenige, der den Herrn Hoeneß mit dem Kapital ausgestattet hat, dass dieser so gewinnbringend und steuersparend anzulegen wusste.
„Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“
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Re: FIFA

Beitragvon Soccer_Scientist » 18.10.2015 13:36

Der DFB wollte eine Vuvuzela-WM verhindern. Dafür hat er alles Lob der Welt verdient.
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Re: FIFA

Beitragvon Dino » 18.10.2015 14:37

Aufgeschoben ist nicht Aufgehoben. Wir hatten nur 4 Jahre Zeit, um uns auf diese Elefantentröten vorzubereiten.
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Re: FIFA

Beitragvon Ggaribaldi » 18.10.2015 15:58

So viel Geld um die WM in Suedafrika nochmal zu verhindern hatte der DFB nun auch wieder nicht.
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Re: FIFA

Beitragvon Dino » 21.10.2015 12:35

Wolfgang Niersbach behauptet, „bereits im Sommer“ interne Ermittlungen eingeleitet zu haben, um den Verbleib einer unstrittig im Jahr 2005 erfolgten Zahlung des DFB in Höhe von 6,7 Mio. € an die FIFA zu klären. Seiner Pflicht, das DFB-Präsidium darüber zu informieren, ist er aber erst nach der Veröffentlichung im „Spiegel“ nachgekommen, um einige Monate verspätet.

Lt. „Spiegel“ erfolgte die Zahlung an ein besonderes Konto, das die FIFA im normalen Geschäftsverkehr nicht verwendet. Und lt. „Spiegel“ soll das Geld von diesem FIFA-Konto direkt an den inzwischen verstorbenen seinerzeitigen Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus weitergeleitet worden sein. Und offenbar wurde nach der Spiegel-Veröffentlichung eine weitere - diesmal externe - Untersuchung veranlasst, die nun von einer Kanzlei von Wirtschaftsanwälten vorgenommen werden soll.

Was ist nun mit der vom DFB zunächst verbreiteten Aussage, die Zahlung sei für das von der FIFA zur WM-Eröffnung geplante Kulturprogramm bestimmt gewesen, das später abgesagt wurde? Nach erfolgter Absage hätte doch wohl zumindest ein Teil des Geldes zurückerstattet werden müssen. Der DFB hat eine diesbezügliche Rückforderung aber seit nunmehr 10 Jahren offensichtlich nicht geltend gemacht.

Wie ist es zu erklären, dass es trotz einer bereits seit dem Sommer laufenden internen Ermittlung noch immer keine (belastbare) Aussage dazu gibt, wer die Zahlung der 6,7 Mio. € veranlasst hat und aus welchem Grund dieser Betrag an die FIFA gezahlt wurde? Gibt es beim DFB keine Buchhaltung, in der für Zahlungen Belege gefertigt werden, aus denen der (Rechts)Grund einer Zahlung hervorgeht, und aus denen auch erkennbar ist, wer sie veranlasst und freigegeben hat (normalerweise braucht es dafür zwei Unterschriften entsprechend zeichnungsberechtigter Personen)?

Wenn Wolfgang Niersbach bis heute den (Hinter)Grund und den finalen Empfänger der Zahlung aber nicht kennt, was er ja behauptet, woher weiß er dann, dass es dabei nicht um eine schwarze Kasse und um Schmiergelder ging. Das ständige Beteuern, es habe weder eine schwarze Kasse, noch Schmiergelder gegeben, hat den Charakter bloßen Behauptungen, die von den bekannt gewordenen Sachverhalten nicht gerade gestützt werden. Die bekannten Sachverhalte legen eher die Vermutung nahe, dass es einen unsauberen Hintergrund für die Zahlung von 6,7 Mio. € an die FIFA (und von der an Herrn Louis-Dreyfus?) gibt.

Wolfgang Niersbach weigert sich derzeit unter Hinweis auf die laufenden Untersuchungen Fragen zu dieser Angelegenheit zuzulassen. Allzulange wird er damit nicht durchkommen. Entweder gelingt es ihm, die Angelegenheit nachweislich oder zumindest klar glaubhaft als unverdächtig aufzuklären oder er wird den Weg der Herren Blatter und Platini gehen müssen; ein Abgang in Schande.
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Re: FIFA

Beitragvon Johann Ohneland » 22.10.2015 18:30

Wie großartig die DFB-Pressekonferenz heute war.
"And then we entered the Age of Enlightenment, where reason finally ruled over superstition."
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Re: FIFA

Beitragvon Dino » 22.10.2015 22:17

Mit der Pressekonferenz hat sich der DFB-Präsident selbst abgeschossen.
Man hat sich, so seine eigenen Aussagen, Geld von einem Dritten geliehen, ohne dass dieses Darlehen in der Buchhaltung erfasst wurde. Auch die Verwendung des Geldes wurde in der Buchhaltung nicht dargestellt.
Eine schöne Beschreibung dessen, was man im Sprachgebrauch unter einer "schwarzen Kasse" versteht. Angeblich müsste man der FIFA (ihrer Finanzkommission) erst einmal 10 Mio. Schweizer Franken bezahlen, um einen Zuschuss für die Finanzierung der WM 2006 bekommen zu können Fragt sich doch wer genau das Geld letztlich bekommen hat. Die Organisation FIFA? Oder doch Funktionäre der FIFA? Die FIFA jedenfalls dementiert die Darstellung von Herrn Niersbach. Wem man da mehr oder eher weniger glauben kann, wenn überhaupt, bleibt fraglich.
Wie bei einer schwarzen Kasse nun einmal nicht anders machbar, musste man die Rückzahlung der geliehenen 10 Mio. Schweizer Franken an Herrn Michel-Dreyfus nun auch eine Legende stricken: "Kosten für das (allerdings abgeblasene) Kulturprogramm." Ja, ja ...

Wenn das OK für die WM 2006 für legale Zwecke zunächst Geld aufnehmen musste, hätte es das bei einer Bank getan. Man hätte das Darlehen, die Verwendung des Geldes sowie die Rückzahlung des Darlehens in der Buchhaltung erfasst, Belege, die die Vorgänge erklären, inbegriffen.

Also: "Schwarze Kasse" der Sache nach bereits eingeräumt. Bilanzfälschung so ganz nebenbei auch. Bleibt noch die Frage offen, wofür das Geld nun wirklich benötigt wurde und wer es bekommen hat.

Ich warte auf die nächste Pressekonferenz und auf den Abgang in Schimpf und Schande.
Zuletzt geändert von Dino am 22.10.2015 23:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: FIFA

Beitragvon Südschwede » 22.10.2015 23:02

Dino hat geschrieben:Angeblich müsste man der FIFA (ihrer Finanzkommission) erst einmal 10 Mio. Schweizer Franken bezahlen, um einen Zuschuss für die Finanzierung der WM 2006 bekommen zu können.

Dieser hanbüchene Erklärungsversuch muss Herrn Niersbach in den Sinn gekommen sein, kurz nachdem er eine Spammail von einem nigerianischen Prinzen erhalten hat. Anders kann ich mir solch einen unoriginellen Quatsch nicht erklären.
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Re: FIFA

Beitragvon kanzlermirko » 23.10.2015 07:29

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Re: FIFA

Beitragvon DjMars » 28.10.2015 21:44

http://www.zeit.de/sport/2015-10/deutscher-fussball-bund-wolfgang-niersbach-ermittlungen

Zweifel an Unabhängigkeit der DFB-Untersuchung
Externe Ermittler sollen die Korruptionsvorwürfe gegen den DFB aufklären. Doch Recherchen der ZEIT belegen, dass ein Ermittler private Kontakte zur DFB-Spitze hatte.


http://www.spiegel.de/sport/fussball/wolfgang-niersbach-will-nicht-mit-dem-bundestag-sprechen-a-1059848.html

Der Sportausschuss des Bundestags möchte Wolfgang Niersbach zur Affäre um die WM-Vergabe 2006 befragen. Doch dazu wird es vorerst nicht kommen: Der DFB-Präsident hat die Einladung ausgeschlagen.


Die Bemühungen des DFB (bzw. der Person Niersbach) sich ehrlich zu machen, sind wirken nicht sonderlich aufrichtig. Eher wirken sie wenig ziemlich fadenscheinig. Inzwischen muss Niersbach allein schon wegen frappierenden Krisenmanagements um sein Amt fürchten.

Allerdings erscheint es gerade angesichts dieses dilettantischen Verhaltens mit Widersprüchen und zweifelhaften Aussagen wenig warscheinlich, dass es bei der Bewerbung um die WM 06 korrekt zugegangen ist. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass Niersbach gelernter Journalist ist und wissen müsste wie man in den Medien agiert und diese wiederum reagieren.

Offenbar scheint der DFB sich in seiner Seriösität zu suhlen. Ohne die rechtlichen Folgen zu kennen, erscheint es mir am Sinnvollsten, einfach zuzugeben, dass es anders nicht ging, weil die FIFA ein korrupter Zirkus ist.
Es wäre besser an der Verhütung des Elends zu arbeiten, als die Zufluchtsorte für die Elenden zu vermehren

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Re: FIFA

Beitragvon Soccer_Scientist » 03.11.2015 14:05

Stellungnahme der Staatsanwaltschaft Frankfurt:

"Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat im Zusammenhang mit der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und dem Geldtransfer von 6,7 Millionen Euro des WM-Organisationskomitees des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) an den Fußball-Weltverband Fifa Ermittlungen wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall aufgenommen. Diese richten sich gegen den Präsidenten des DFB und einstigen Vizepräsidenten des Organisationskomitees, den im Jahr 2006 amtierenden DFB-Präsidenten und damaligen Schatzmeister des Organisationskomitees sowie den früheren DFB-Generalsekretär.

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, im Rahmen ihrer damaligen Verantwortlichkeiten die Einreichung inhaltlich unrichtiger Steuererklärungen veranlasst und hierdurch Körperschafts- und Gewerbesteuern sowie Solidaritätszuschlag für das Jahr 2006 in erheblicher Höhe verkürzt zu haben. Nach derzeitigem Erkenntnisstand soll eine durch das Organisationskomitee im Frühjahr 2005 geleistete Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro für eine Kostenbeteiligung an einem Kulturprogramm im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 als Betriebsausgabe steuermindernd geltend gemacht worden sein, obwohl ihr tatsächlich ein anderer Zweck zugrunde lag und die Zahlung daher nicht als abzugsfähige Betriebsausgabe hätte geltend gemacht werden dürfen.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hat der Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Frankfurt am Main Durchsuchungsbeschlüsse für die Geschäftsräume des DFB sowie die Wohnungen der Beschuldigten erlassen, die am heutigen Tag durch mehr als 50 Beamte der Frankfurter Steuerfahndung sowie der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen in Frankfurt am Main vollstreckt werden. Hinsichtlich der weiteren in Betracht kommenden Tatvorwürfe der Untreue sowie der Bestechung im internationalen Geschäftsverkehr war wegen zwischenzeitlich eingetretener Verfolgungsverjährung ein Anfangsverdacht verneint und daher von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens abgesehen worden."


https://www.tagesschau.de/inland/dfb-st ... t-101.html

Alles gut! Niersbach hatte völlig Recht. Es gab keine schwarzen Kassen. Die 6,7 Mio sind voll durch die Buchhaltung gegangen.
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Re: FIFA

Beitragvon Dino » 06.11.2015 16:01

Wie kann es sein, dass es offensichtlich nicht möglich ist, zu klären, an wen genau der Herr Dreyfus seinerzeit (im Jahr 2002?) 10 Millionen Schweizer Franken überwiesen hat, für die ihm "Kaiser" Franz Beckenbauer einen entsprechenden Schuldschein ausgestellt hat. Eine Banküberweisung sollte auch nach 13 oder 15 Jahren noch nachvollziehbar sein. Und selbst ein "Kaiser" unterzeichnet doch wohl keine Schuldscheine, ohne zu wissen wofür.

Da das Geld diskret ausgeliehen und von keiner Buchhaltung des DFB oder des WM-OK erfasst wurde, war es schwarzes Geld, eine schwarze Kasse, die für Zwecke eingesetzt wurde, die man nicht bekannt werden lassen wollte; zumindest das ist mal klar. Ob aus dieser schwarzen Kasse nun Stimmen für die WM-Austragung in Deutschland gekauft wurden, oder ob damit Stimmen für die Wiederwahl vom Blatter-Sepp gesichert wurden, oder ob es irgendeine andere Verwendung für den Zaster gab, egal. Eine saubere Sache war es in keinem Fall. Für einen sauberen Verwendungszweck braucht man kein Schwarzgeld.

Die Rückzahlung 2005, ebenfalls per Banküberweisung, sollte doch jedenfalls hinsichtlich des Empfängerkontos aufzuklären sein. Sie lief ja über die Bücher des DFB, wenngleich bewusst falsch deklariert als „Zuschuss zum Kulturprogramm“. Die Herren Niersbach, Zwanziger und Horst R. Schmidt halten ihr Wissen darüber offensichtlich zurück.

Man wüsste zudem schon gerne, was da jetzt beim DFB, der FIFA (Finanzkommission) und den beteiligten Herren (soweit noch unter den Lebenden) abläuft. „Schwarzer Peter“ - wird ja sogar schon öffentlich gespielt -? Absprachen? Vertuschungsversuche? „Große Indianerehrenworte“?

Dumm nur, dass man den „Kulturzuschuss“ in einer Steuererklärung als „Betriebsausgabe“ deklariert hat. Dadurch wurden über € 2 Mio. Steuern „gespart“, nur leider unzulässig und vermutlich sogar auch betrügerisch. Staatsanwalt und Steuerfahndung haben dazu schon ihre „besten Grüße“ übermittelt. Das wird noch richtig Aua machen; Uli H. lässt grüßen (aber der hat’s ja bald hinter sich).

Und wer noch daran glaubt, dass die derzeitigen und ehemaligen DFB-Fürsten von sich aus irgendetwas aufklären wollen / werden, der muss schon selbst DFB-Funktionär sein. Zu viel Ehrentribüne, zu viel Brustlametta und zu viele Festbankette trüben offensichtlich das Wahrnehmungsvermögen.
Das Ende der präsidialen Herrlichkeit des Herrn Niersbach (alle anderen sind ja schon länger ohne Funktion im DFB) lässt sich so vermutlich noch ein Stück weit hinauszögern. Kommen wird es; und zwar als Ende mit Schrecken.
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Re: FIFA

Beitragvon Kridde » 06.11.2015 22:30

Dino hat geschrieben:Wie kann es sein, dass es offensichtlich nicht möglich ist, zu klären, an wen genau der Herr Dreyfus seinerzeit (im Jahr 2002?) 10 Millionen Schweizer Franken überwiesen hat, für die ihm "Kaiser" Franz Beckenbauer einen entsprechenden Schuldschein ausgestellt hat.


Das wurde doch gestern in der ARD lückenlos und völlig schlüssig dargelegt: Das Fifa-Märchen :P

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Re: FIFA

Beitragvon Blaue Elise » 07.11.2015 10:48

Kridde hat geschrieben:
Dino hat geschrieben:Wie kann es sein, dass es offensichtlich nicht möglich ist, zu klären, an wen genau der Herr Dreyfus seinerzeit (im Jahr 2002?) 10 Millionen Schweizer Franken überwiesen hat, für die ihm "Kaiser" Franz Beckenbauer einen entsprechenden Schuldschein ausgestellt hat.


Das wurde doch gestern in der ARD lückenlos und völlig schlüssig dargelegt: Das Fifa-Märchen :P

Unglaubliche schaupielerische Meisterleistung mal wieder, je länger du zuhörst, desto öfter denkst du, daß da wirklich der Beckenbauer spricht.
Die haben mich als Aushilfe eingestellt, ich bin da die kleinste Nummer und Heinz Wäscher guckt mich mit dem Arsch nicht an! (Peter Schlönzke)

Gegen den modernen Fangesang!

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Re: FIFA

Beitragvon DjMars » 07.11.2015 14:08

http://www.eurosport.de/fussball/dfb-aufklarer-freshfields-laut-spiegel-mit-bin-hammam-verbindung_sto4981571/story.shtml

An der Neutralität der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer als externe Ermittlungsinstanz zur Aufklärung der WM-Affäre beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) sind neue Zweifel aufgekommen.

Informationen des Nachrichtenmagazins Spiegel (Samstag-Ausgabe) zufolge beriet das vom DFB mit der Aufarbeitung der ominösen Vorgänge rund um die WM-Organisation 2006 beauftragte Wirtschaftsprüfungsunternehmen 2011 den Katarer Mohamed Bin Hammam bei seiner vergeblichen Kandidatur für die Präsidentschaft beim Weltverband FIFA und erhielt später angeblich auf Vermittlung des lange als Strippenzieher geltenden Ex-FIFA-Funktionärs lukrative Aufträge in Bin Hammams Heimat im Zusammenhang mit dem WM-Turnier 2022 in dem Emirat.

Eine Verbindung zwischen Freshfields und Bin Hammam wäre vor dem Hintergrund der WM-Affäre um ungeklärte Millionen-Zahlungen des deutschen WM-Organisationskomitees (OK) an die FIFA im Jahr 2005 pikant. Bin Hammam, der mittlerweile wegen Korruption lebenslang für Fußball-Aktivitäten gesperrt ist, wird wiederholt als möglicher Empfänger eines angeblichen Millionen-Darlehens des früheren adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus für Deutschlands WM-OK von 2002 genannt, das die Organisatoren des "Sommermärchens 2006" drei Jahre später auf verschleierten Wegen zurückgezahlt haben wollen.

Nach Angaben des früheren DFB-Präsidenten Theo Zwanziger hat der ehemalige OK-Vizepräsident Horst R. Schmidt in einem Telefonat Bin Hammam als Empfänger der Dreyfus-Millionen genannt. Schmidt bestreitet das. Allerdings berichtete die Süddeutsche Zeitung am Freitag, dass die Fahnder der Staatsanwaltschaft Frankfurt nach ihren Razzien wegen der WM-Affäre in beschlagnahmten Unterlagen eine Notiz von Schmidt von 2003 gefunden haben sollen, dass Bin Hammam ein Jahr zuvor als Vorsitzender der FIFA-Finanzkommission Ansprechpartner für eine unmittelbar mit dem Dreyfus-Darlehen verbundene Zusatzvereinbarung des OK mit der FIFA sei.

Die Freshfields-Unabhängigkeit bei den laufenden Untersuchungen der DFB-Akten ist bereits zuletzt wegen privater Kontakte eines Kanzlei-Partners zu einem DFB-Mitarbeiter infrage gestellt worden. Der DFB wie das Unternehmen wiesen Befangenheitsvorwürfe allerdings zurück.


Das Krisenmanagement des DFB ist noch immer katastrophal und bewirkte erfolgreich die Untergrabung der Glaubwürdigkeit.
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Re: FIFA

Beitragvon kalimera » 09.11.2015 17:28

Niersbach tritt als DFB-Präsident zurück

Am heutigen Montag, 9. November 2015, ist Wolfgang Niersbach vom Amt des DFB-Präsidenten zurückgetreten. Die Persönliche Erklärung im Wortlaut:

Ich war vom ersten Tag der Bewerbung für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 an bis hin zur Schlussdokumentation des Sommermärchens dabei und habe in all den Jahren zu jedem Zeitpunkt nicht nur mit großer Leidenschaft, sondern auch immer sauber, vertrauensvoll und korrekt gearbeitet. In den mir zugeteilten Bereichen Marketing, Medien, Akkreditierungen und Veranstaltungsorganisation kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass ich mir persönlich absolut nichts vorzuwerfen habe.

Umso deprimierender und schmerzhafter ist es für mich, neun Jahre später mit Vorgängen konfrontiert zu werden, in die ich damals nicht einbezogen war und die auch für mich viele Fragen offen lassen. Ich bleibe dabei und möchte noch einmal unmissverständlich klarstellen, dass ich von den Hintergründen der im Raum stehenden Zahlungsflüsse keinerlei Kenntnis hatte. Umso schwerer ist mir die Entscheidung gefallen, die politische Konsequenz daraus zu ziehen.

27 Jahre DFB waren für mich immer viel mehr als ein Beruf. Die Arbeit in den unterschiedlichen Funktionen war für mich eine Herzensangelegenheit. Ich liebe den Fußball und diesen Verband, in dem ich wunderbare Momente erleben und mit großartigen Menschen zusammenarbeiten durfte. Um diesen DFB und das Amt zu schützen, trete ich schweren Herzens als DFB-Präsident zurück. Gleichwohl werde ich auch danach alles für eine umfassende Aufklärung der Vorgänge beitragen.

http://www.dfb.de/news/detail/niersbach-tritt-als-dfb-praesident-zurueck-134629/

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Re: FIFA

Beitragvon kalimera » 09.11.2015 17:40

politische Konsequenz :?
die hinterlistige Autokorrektur am Werk oder Selbstwahrnehmung?


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