Das Leipziger Fußballdrama

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DjMars
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Re: Das Leipziger Fußballdrama

Beitragvon DjMars » 12.05.2016 16:53

http://www.transfermarkt.de/hasenhuttl-nach-rb-wechsel-bdquo-mochte-in-die-champions-league-ldquo-/view/news/235034

Hasenhüttl nach RB-Wechsel: „Möchte in die Champions League“

Trainer Ralph Hasenhüttl (Foto) hat vor dem Wechsel zu RB Leipzig seine Ambitionen unterstrichen. „Ich möchte irgendwann Titel gewinnen“, sagte der Österreicher dem „Donaukurier“ (Donnerstag) und ergänzte: „Ich möchte mal in die Champions League auf die ganz große Bühne.“ Dass er beim Aufsteiger in der 1.Bundesliga von Beginn an vorne mitspielen werde, glaubt er nicht. „Leipzig hat eine sehr junge Mannschaft, die ihre Erfahrungen in der Bundesliga erst machen muss. Es ist nicht so, dass man da so einfach durchmarschiert.“


Die machen es einem auch echt leicht, die zu mögen. Endlich kein unnötiges Understatement. Bisher hat Hasenhüttl nicht einen symphatischen Verein trainiert.
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Re: Das Leipziger Fußballdrama

Beitragvon ewigfan » 12.05.2016 22:03

und schon habe ich einen neuen lieblingsvereint in der Bundesliga. dieser aufstrebende verein junger Männer ist ein Vorbild an Sportsgeist und Selbstlosigkeit. :mrgreen:
ewig währt am längsten!

!!! E G A L !!! A N G R I E P E N !!!

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Re: Das Leipziger Fußballdrama

Beitragvon Oldenburger79 » 13.05.2016 10:02

Insgesamt betrachtet macht Bundesliga einfach nicht mehr so viel Spaß wie noch vor knapp 10 Jahren.
Die Premier League schmeisst mit Geld um sich,
Red Bull haut schon in der zweiten Liga mit so viel Geld um sich wie der gesamte Rest der Liga (und wird trotzdem nur Zweiter) und
Vereine wie VW Wolfsburg, Audi Ingolstadt, Brause Leipzig und SAP Hoffenheim bevölkern die Liga.
Da macht ein Blick in die Zweite Liga mit Kaiserslautern, KSC, St. Pauli, Bielefeld, Düsseldorf, Bochum, Braunschweig und Hannover 96 wesentlich mehr Freude.
Man stelle sich mal vor da kommen noch Werder und Stuttgart dazu. Das wäre eine Liga deren Zusammensetzung der Bundesliga Konkurrenz machen würde (zumindest für Traditionalisten).

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Re: Das Leipziger Fußballdrama

Beitragvon DjMars » 13.05.2016 13:07

Grundsätzlich bin ich Befürworter der 50+1-Regelung. Allerdings liegen die Ursachen für die gegenwärtigen Umstände tiefer und z.T. weit außerhalb des Fußballs. Die Mitbestimmung der Mitglieder ist ohnehin eher de jure denn de facto. Außerdem können sich lediglich VW Wolfsburg und Bayer Leverkusen auf Ausnahmeregelungen berufen. Alle anderen operieren offiziell im Rahmen der (aufgeweichten) 50+1-Regelungen. Einerseits finanzieren sich künstliche Produkte wie Audi Ingolstadt, SAP Hoppenheim, Brause Leipzig ebenso primär von einer Geldquelle. Andererseits zeigen Beispiele wie Kühne Hamburg oder Ismaik München, dass Traditionsvereine auch im Rahmen der 50+1-Regelung unter der Fititche eines Investors geraten können.

Hier zeigt sich die Unwirksamkeit der Maßnahme, welche ohnehin etwas suggeriert, was keinen Bestand mehr hat. Am entscheiden immer die natürlichen und juristischen Personen, welche die nötigen Finanzmittel hineinpumpen. Allerdings gehe nicht damit konform, wenn es heißt, es sei ohnehin schon immer so gewesen, weil es auch in der Vergangenheit Jägermeister Braunschweig, London Hamburg oder Löring Köln gab. Der Einfluss von von Geldgebern hat seit dem Bosman-Urteil subzessive zugenommen, wobei in der freien Wirtschaft auch das Wesen des Investors zunehmend Einzug hält und den Familienunternehmer ersetzt.

Ehrlicherweise muss ich zugestehen, dass es mir lieber ist Traditionsklubs mit einem Investor im Rücken in der Bundesliga zu haben, als weitere Langweiligklubs a la Ingolstadt, Hoffenheim und Co. . Immerhin dürfte eine zu hohe Anzahl solcher Klubs in der Bundesliga der Attraktivität der Liga mehr schaden, als die überbordende Dominanz des FC Bayern. Und genau hier ist der Unterschied zu früher: Damals wurden nicht irgendwelche bis in die Bundesliga hinein hineingepäppelt.
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Re: Das Leipziger Fußballdrama

Beitragvon Senf » 13.05.2016 13:19

DjMars hat geschrieben:Grundsätzlich bin ich Befürworter der 50+1-Regelung. Allerdings liegen die Ursachen für die gegenwärtigen Umstände tiefer und z.T. weit außerhalb des Fußballs. Die Mitbestimmung der Mitglieder ist ohnehin eher de jure denn de facto. Außerdem können sich lediglich VW Wolfsburg und Bayer Leverkusen auf Ausnahmeregelungen berufen. Alle anderen operieren offiziell im Rahmen der (aufgeweichten) 50+1-Regelungen. Einerseits finanzieren sich künstliche Produkte wie Audi Ingolstadt, SAP Hoppenheim, Brause Leipzig ebenso primär von einer Geldquelle. Andererseits zeigen Beispiele wie Kühne Hamburg oder Ismaik München, dass Traditionsvereine auch im Rahmen der 50+1-Regelung unter der Fititche eines Investors geraten können.

Hier zeigt sich die Unwirksamkeit der Maßnahme, welche ohnehin etwas suggeriert, was keinen Bestand mehr hat. Am entscheiden immer die natürlichen und juristischen Personen, welche die nötigen Finanzmittel hineinpumpen. Allerdings gehe nicht damit konform, wenn es heißt, es sei ohnehin schon immer so gewesen, weil es auch in der Vergangenheit Jägermeister Braunschweig, London Hamburg oder Löring Köln gab. Der Einfluss von von Geldgebern hat seit dem Bosman-Urteil subzessive zugenommen, wobei in der freien Wirtschaft auch das Wesen des Investors zunehmend Einzug hält und den Familienunternehmer ersetzt.

Ehrlicherweise muss ich zugestehen, dass es mir lieber ist Traditionsklubs mit einem Investor im Rücken in der Bundesliga zu haben, als weitere Langweiligklubs a la Ingolstadt, Hoffenheim und Co. . Immerhin dürfte eine zu hohe Anzahl solcher Klubs in der Bundesliga der Attraktivität der Liga mehr schaden, als die überbordende Dominanz des FC Bayern. Und genau hier ist der Unterschied zu früher: Damals wurden nicht irgendwelche bis in die Bundesliga hinein hineingepäppelt.


Hätte Ingoldstadt Tradition, wäre es okay. Da Ingoldstadt erst Tradition bekommen muss, ist es nicht okay. Weil ohne Tradition ist es künstlich, mit Tradition natürlich. Ahhhjaaaa.... :wink:

Kannst du mal den Unterschied zwischen dem/r FamilienunternehmerIn und dem/r InvestorIn darlegen? Hat der/die InvestorIn ein qualitativ anderes Geld, dass er in den Verein pumpt oder gar andere Ziele? Ich meine ein Familienunternehmen verspricht sich auch einen Mehrwert davon in den Verein zu investieren, ebenso wie einE InvestorIn.

Was die 50+1 Regelung und die Attraktivität der Liga betrifft, bin ich aber ganz bei Dir. Abgesehen davon, dass es auch damals (wie auch immer dieser Zeitraum definiert ist) Versuche von GroßsponsorInnen oder Mäzen gab, unbekannte Vereine weit nach oben zu bringen.
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Re: Das Leipziger Fußballdrama

Beitragvon DjMars » 13.05.2016 13:58

Klassische Familienunternehmer und externe Investoren eint die Gewinnabsicht. Die Unterschiede sind eher subjektiver Natur. Tendenziell haben Familienunternehmer*innen das Unternehmen selbst aufgebaut und sind eher vor Ort und mit den dort arbeitenden Menschen konfrontiert. Dabei unterstellte ich Familienunternehmer*innen auch eher ein Interesse daran bestimmte Arbeitsplätze (in der Region) zu erhalten. Bei externen Investoren fehlt eher der persönliche Bezug zum Unternehmen, sodass es denen naturgemäß leichter fallen dürfte bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, welche der Gewinnmaximierung dienen und wirtschaftlich vielleicht sogar unabdingbar sind, aber zu Lasten der Arbeitnehmer*innen gehen. Unbestritten ist natürlich, dass es auch Familienunternehmer*innen gibt, die sich ausschließlich am Gmax orientieren und soziale/ökologische Verantwortung außer Acht lassen.

Das es sich beim FCI nicht um einen sonderlich spannenden Verein handelt wird sicherlich keine*r bestreiten. Zudem ist es glaube ich auch wenig verwunderlich, dass dem SV Darmstadt 98 eher Symphatien zuteil werden und auch absolut nachvollziehbar. Immerhin haben die keinen Sponsor im Rücken, der ihnen treu bleibt, ganz egal was passiert. Derartige Vereine müssen immer wieder neu die Sponsorengelder kämpfen. Das ist ein fundamentaler Unterschied.

Ansonsten kann ich zur Tradition von D98 auch nicht viel sagen. Sicherlich haben die ein schönes altes Stadion, aber ehemalige Spieler (außer Labbadia) oder deren größte Erfolge (außer 1 Jahre BuLi in den 80ern?) sind mir nicht bekannt. Dementsprechend ist hier eher die Story, die der Verein schreibt, welche ausschlaggebend ist für die Zuneigung. Weiterhin lässt der Standort des FCI mein Herz nicht gerade höherschlagen. Einerseits stelle ich mir Ingolstadt nicht sonderlich spannend vor. Zudem ist hier die Stadt sonderlich groß, noch die Einzugsregion.

Dies ist beispielsweise ein Unterschied zum schnöden und kleinen Kaiserslautern, wo immerhin die ganze Pfalz als Einzugsgebiet angesehen werden kann. Zudem steht hier auch eine gewisse Story hinter dem Verein und das Umfeld ist kontinuierlich gewachsen. Natürlich bleibt zu sagen, dass ich eine Rückkehr des FC 08 Homburg in die Bundesliga mich auch nicht vom Hocker reißen würden, es sei denn es stünde eine besondere Story dahinter.
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Re: Das Leipziger Fußballdrama

Beitragvon Oldenburger79 » 13.05.2016 14:08

Solange die Vereine, welche von derartigen Sponsoren unterstützt werden, und damit insbesondere ihre Fans die Produkte dennoch kaufen ergibt sich trotzdem ein Mehrwert für den Investor. Und gerade bei Red Bull ist es mehr oder weniger egal woher die Fans kommen. So ist es nicht verwunderlich dass Fotoboxen aufgestellt wurden um sich schon vor dem KSV-Spiel ablichten zu lassen. Auch die Aufstiegsfeier mit den Trucks kam sehr aufgesetzt daher. Aber wers mag.... Da würde ich persönlich lieber zu einem Derby von RW Essen gegen Alemannia Aachen in der Regionalliga West gehen als zu einem Spiel von Red Bull oder Hoffenheim.

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Re: Das Leipziger Fußballdrama

Beitragvon der neue cody » 13.05.2016 17:22

DjMars hat geschrieben:Familienunternehmer*innen

bin bis zum sternchen gekommen dann hatte ich genug
kriminelle polizisten abschieben

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Re: Das Leipziger Fußballdrama

Beitragvon Südschwede » 13.05.2016 17:30

Ging mir auch so. :lol:
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Re: Das Leipziger Fußballdrama

Beitragvon Senf » 13.05.2016 18:05

Südschwede hat geschrieben:Ging mir auch so. :lol:

Das Sternchen ist wie Whatsapp. Langfristig gesehen kommt niemand daran vorbei. :wink:
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Re: Das Leipziger Fußballdrama

Beitragvon JanW » 13.05.2016 18:06

:lol: :mrgreen:
Das sind Augenblicke im Fussball, da fliegen dir richtig die Backsteine in die Fresse !

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Re: Das Leipziger Fußballdrama

Beitragvon Ggaribaldi » 14.05.2016 12:05

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Re: Das Leipziger Fußballdrama

Beitragvon Oldenburger79 » 15.05.2016 11:31

Erst Recht keine VfB-Fans und VfB-Faninnen....

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Re: Das Leipziger Fußballdrama

Beitragvon Dino » 15.05.2016 23:05

Ich empfehle diesbezüglich mal sich näher mit dem Eigner-Hintergrund von sagen wir einmal dem Tottenham Hotspur FC und dem FC Chelsea auseinanderzusetzen.
Auf der einen Seite eine Unternehmer-Familie, die schon über einige Generationen diesen Verein wirtschaftlich solide trägt und leitet, auf der anderen Seite ein neureicher Kleptoktat aus der ehemaligen Sowjetunion, der sich so einen Verein "gönnt" und inzwischen schon netto rd. 1 Mrd. € reingepumpt hat.
Und jetzt bitte kein Antisemitismus-Vorwurf, die Lewy-Familie und Herr Abramowitsch teilen die gleiche Religion; ohnehin Privatsache und hinsichtlich ihrer jeweiligen Rolle im Fußball völlig ohne Belang.

Um noch etwas in England zu bleiben:
Manchester United, Arsenal und der FC Liverpool: Mehrheitlich im Besitz von Investoren aus den USA, die den Fußball als Geschäftsfeld ansehen.
Manchester City: Arabisches Ölgeld.

Leeds United:
Kein Big-Money-Verein im Vergleich zu den anderen hier genannten.

Es ist, um es auf deutsche Verhältnisse zu übertragen so, als ob Augsburg vor Leverkusen, Dortmund, Schalke und Bayern (etwa in dieser Reihenfolge) die Meisterschaft gewonnen hätte.
Ob mir das gefällt? Und ob!
„Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“
(Albert Camus)

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Re: Das Leipziger Fußballdrama

Beitragvon Lyrico » 16.05.2016 21:58

http://m.sport1.de/fussball/2-bundeslig ... erschattet

Bei RB Meisterfeier gibt es einen Eklat mit der Band. :D

Sängerin Anna Loos trat mit ihrer Band Silly auf der Bühne auf - dabei trugen die Bandmitglieder Trikots von Union Berlin, Dynamo Dresden, Hansa Rostock und dem 1. FC Magdeburg.
Nur der VfB

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Re: Das Leipziger Fußballdrama

Beitragvon Johann Ohneland » 29.06.2016 17:46

Nachdem die drei großen Leipziger Vereine quasi allesamt einen Sprung eine Liga höher gemacht haben - RB in der 1. Liga, Lok in die Regionalliga und Chemie in die Oberliga - scheint sich das ja auch schon seit einiger Zeit eher kritisch betrachtete Projekt "Inter Leipzig" Richtung Viertklassigkeit aufmachen zu wollen. Jedenfalls scheint ein Stadionneubau beschlossene Sache zu sein, so dass von den infrastrukturellen Voraussetzungen einem Aufstieg nichts im Weg stehen würde

http://www.stadionwelt.de/sw_stadien/index.php?head=Neues-Stadion-in-Leipzig-ist-beschlossene-Sache&folder=sites&site=news_detail&news_id=14575
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Re: Das Leipziger Fußballdrama

Beitragvon Senf » 30.06.2016 17:24

Johann Ohneland hat geschrieben:Nachdem die drei großen Leipziger Vereine quasi allesamt einen Sprung eine Liga höher gemacht haben - RB in der 1. Liga, Lok in die Regionalliga und Chemie in die Oberliga - scheint sich das ja auch schon seit einiger Zeit eher kritisch betrachtete Projekt "Inter Leipzig" Richtung Viertklassigkeit aufmachen zu wollen. Jedenfalls scheint ein Stadionneubau beschlossene Sache zu sein, so dass von den infrastrukturellen Voraussetzungen einem Aufstieg nichts im Weg stehen würde

http://www.stadionwelt.de/sw_stadien/index.php?head=Neues-Stadion-in-Leipzig-ist-beschlossene-Sache&folder=sites&site=news_detail&news_id=14575


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Re: Das Leipziger Fußballdrama

Beitragvon DjMars » 30.06.2016 19:02

Senf hat geschrieben:
Johann Ohneland hat geschrieben:Nachdem die drei großen Leipziger Vereine quasi allesamt einen Sprung eine Liga höher gemacht haben - RB in der 1. Liga, Lok in die Regionalliga und Chemie in die Oberliga - scheint sich das ja auch schon seit einiger Zeit eher kritisch betrachtete Projekt "Inter Leipzig" Richtung Viertklassigkeit aufmachen zu wollen. Jedenfalls scheint ein Stadionneubau beschlossene Sache zu sein, so dass von den infrastrukturellen Voraussetzungen einem Aufstieg nichts im Weg stehen würde

http://www.stadionwelt.de/sw_stadien/index.php?head=Neues-Stadion-in-Leipzig-ist-beschlossene-Sache&folder=sites&site=news_detail&news_id=14575


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Re: Das Leipziger Fußballdrama

Beitragvon Senf » 08.07.2016 13:19

RB-FANS WERFEN HATERN NAZI-RHETORIK VOR, ABER KEIN FAN KANN SIE VERSTEHEN
„Warum die 'Nein zu Rb'-Kampagne zu kritisieren ist", titelte die RB-Leipzig-Fangruppierung „Red Aces" auf ihrer Website. In dem Blogeintrag beklagt sich die Gruppe über die flächendeckende Kampagne, der sich in ganz Deutschland fast jede Fanszene angeschlossen hat. Sie kritisieren besonders die „unreflektierte, regressive Fankultur" und deren „strukturell antisemitische Argumentationsweise", wenn es um die Kritik an RB Leipzig geht. Der ganze Text hat jedoch ein großes Problem: Die Kritik wird kaum jemanden erreichen, da das Red-Aces-Manifest an eine komplexe Doktorarbeit der Philosophie erinnert.

https://sports.vice.com/de_de/article/r ... stehen-sie
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Re: Das Leipziger Fußballdrama

Beitragvon JanW » 08.07.2016 13:49

Wer möchte kann sich ja mal durchquälen.

Ich bin der Meinung, das Fußballfans, die den ersten Satz fehlerfrei lesen können und gleich beim ersten mal verstehen, zu intelligent sind, und sich gleich eine neue Freizeitbeschäftigung suchen können.

Warum die „Nein zu Rb“ Kampagne zu kritisieren ist

Bewusst gemacht, sei es unwiderlegbar, dass Fußball einem Schatten der Kulturindustrie unterliegt, der Akteure und Akteurinnen zur Zirkulation von Ganzheitsidealen zwingt, die inhaltlich nicht paradoxer sein könnten, als die Totalität einer unreflektierten, regressiven Fankultur. Diese findet ihr tragisches Finale in einer strukturell antisemitischen Argumentationsweise, die durchtrieben von einer Schuldprojektion des eigenen Versagens und von einer Personifizierung des „Übels“ ist und daher keinen Gedanken daran verschwendet, wie der betrauerte, traditionelle Fußball denn aussehen könne, um der Beschwörung der eigensten, betäubenden Ohnmacht Platz zu machen. Allerdings fehlt den „Gegen den modernen Fußball“ ProtektorInnen die Reflexion der Erkenntnis daraus, dass auch sie, als Basis einer positiven Gruppenidentifikation, selbst einer Kritik bedürfen. Der revisionistische Kampf um den Rückgewinn des traditionellen Fußballs, der wohl einem Glaubenskrieg um Eden gleichen soll, ist zweckgesteuert und systematisch, verfolgt ein Ausschalten der „Ungläubigen“ und lässt die KämpferInnen selbst in ihrer amorphen Verrohung erstarren. Vorzufinden ist also viel mehr eine Art rückwärtsgewandt auftretende Nostalgieromantik, die der allgemeinen Entropie allen Seins entgegenwirken soll.

Boykottaufrufe, Bullen schlachten und Dosenstechen lässt die Darstellenden alte Requisiten der Verhältnisse entstauben und postum einer neuen Verwertbarkeitslogik unterziehen, die zum Ziel hat, ein postmodernes Schema einer heile Welt zu proklamieren. Die zwei Seiten sind in diesem Fall leicht auszumachen – zwischen Gut und Böse passen dabei höchstens noch krude Schulterschlüsse in Zweckbündnissen und struktureller Antisemitismus.

Zweckbündnisse, wenn mit der Konstruktion eines Feindbildes Wir-Gruppen gebildet werden, die sich im Schrei nach einer vorzivilisatorischen Welt und dem plumpen Hass auf alles andere vereinen, wie in der „Nein zu Rb“ Kampagne auffallend. Dort werden Unterstützende Reih in Reih aufgelistet. Dabei finden sich Szenen wie die Crew Eleven Aalen, an ihrer Spitze der NPD Funktionär Dominik Stürmer (Kreisvorsitzender Ostalb), mit denen vermeintlich linke Ultras kollaborieren, wenn es darum geht, ein gemeinsames Feinbild zu zerstören. „Uns geht es nur um Rb“ zeigt, dass der Kampf gegen die „kapitalistische Logik“ personifiziert wird, sich im „Minimalkonsens“ Querfronten bilden, die ein poststrukturalistischer Kern eint – dem es schlicht um das Bewusstsein des Problems geht, das konsequent bekämpft werden soll – Faustkampf statt Wertkritik.

Struktureller Antisemitismus, wenn die Kapitalisierung des Fußballs mit dem Handeln eines Strippenziehers verglichen, von Rattenball Leipzig und von einem Handeln gegen Wertlose gesprochen, deren Produkte man zu boykottieren habe und die Akkumulation von Kapital als Raffgier Einzelner personifiziert wird, charakterisiert die Selbstpositionierung als Schädlingsbekämpfer den strukturellen Antisemitismusbegriff auf ein Genaustes. Der Unterschied entsteht in der Aufwertung von produktiver Arbeit und dem Abwerten der abstrakten Arbeit – Produktivkapital gegen zirkulierendes Finanzkapital.

So werden antisemitische Ressentiments dem Amüsierbetrieb gefügig gemacht.

Nicht zuletzt die Titulierung der Anhänger von Rasenballsport Leipzig mit Benutzung von Vokabeln wie „Ratten“ oder „Schweine“ zeigt eine klare Entmenschlichung dieser, wie sie auch in rechten Gedankenkreisen stetig anzutreffen ist.

Kritik der Selbstkritik

Einem radikalen Ballismus bedarf es aktueller denn je eines emanzipierten Subjekts statt affirmativen Objekten. Denn, so Adorno: „Keine Verbesserung ist zu klein oder geringfügig, als dass man sie nicht durchführen sollte.“

Ob es ein neues Stadion ist, oder die verdeckte Personalisierung der Auswärtstickets, es wird stetig versucht, Risiken zu minimieren und nonkonformistische Ausdrucksformen zu absorbieren, weil die Furcht, über den Verlust der zentralen Kontrolle, eminenten Charakter aufweist. So versucht man über den Umweg dieser typisch, kapitalistischen Unterdrückungsmechanismen, die Objekte der potentiellen, sich reproduzierenden Herstellungszentren zur Assimilation zu zwingen. Die Auflehnung gegen diese Zustände ist essentiell, wenn es darum geht, den Rasenballismus zu reformieren. Seine Institutionalisierung verhindert zeitgleich eine notwendige Radikalisierung. Durch die Expansion einer einst skeptischen Wertegemeinschaft in seine bürgerlichste und konservative Mitte, wuchs die Affirmation des Gegebenen und so das Versagen, eine Kritik der eigenen Kritik zu formulieren.


http://www.red-aces.de/blog/warum-die-n ... ieren-ist/
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