Geschäftsfeld Fußball

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Dino
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Re: Geschäftsfeld Fußball

Beitragvon Dino » 04.12.2016 13:46

„Football Leaks“ hat massenhaft Dokumente abgefischt, die die z. T. höchst dubiosen Modelle erkennen lassen, mit denen Spitzenverdiener aus dem Bereich Fußball Steueroptimierung bzw. –umgehung betreiben.

Wem es um mehr geht, als um Skandalgeschichten rund um prominente Namen (Messi, Ronaldo, Özil, Mourinho, …), für den ist eher interessant, dass für die Öffentlichkeit zumeist im Verborgenen agierenden Hintermänner das große Geldgeschäft lenken und dass sich Strukturen sich dafür herausgebildet haben, die sehr nach Geldwäsche riechen. Die Namen der Hintermänner kann man in der Presse nachlesen (u. a. im Spiegel, der gleich eine ganze Artikelserie zum Thema Geld, Steuerkorruption und Fußball aufgelegt hat). Die Strukturen kennt man prinzipiell spätestens seit der Veröffentlichung der „Panama Papers“. Der Handel mit "Bildrechten" (Weberechten), Briefkasten-Firmen in karibischen Steuerparadiesen, vorgeschaltete Agenturen im EU-Steuerparadies Irland, Konten bei Privatbanken in der Schweiz. Und wer noch schlauer sein will, bringt noch eine Stiftung in Neuseeland in das auf Verschleierung angelegte Konstrukt ein.

Schön ist es nicht, nun im Detail vorgeführt zu bekommen, wie Multimillionäre (im Vermögen, wie im Einkommen) den Hals nicht voll bekommen können und dabei auch vor Strategien nicht zurückschrecken, die sie mit dem (Steuer-)Strafrecht Bekanntschaft schließen lassen. Es kotzt einen vielmehr an.
Der Steueroptimierer Messi wurde in Spanien bereits zu 21 Monaten Haft (wohl noch nicht rechtskräftig) verurteilt. Mit weiteren Urteilen gegen Fußball-Prominente ist zu rechnen. Einige konnten der Strafverfolgung durch Nachzahlung ihrer Steuern plus saftiger Zuschläge gerade noch entgehen. Trockengelegt ist der Sumpf damit noch längst nicht. Man fängt mit der ernsthaften Aufarbeitung vielmehr gerade erst an.
Nun darf man sich in einer Zeit aber, wo längst bekannt ist, wie Hedge-Fonds, Banken, Autohersteller, internationale Sportverbände und so weiter vor lauter Gier in kriminelle Machenschaften abgerutscht sind, nicht mehr groß darüber verwundert oder überrascht zeigen, dass diese Gier auch um den Fußball keinen Bogen macht.

Fragen sollte man sich aber, ob mit den Strukturen, die die Flüsse des Geldes organisieren und anheizen , eine neue Qualität der Korrumpierung des Fußballs entstanden ist. Eine Korrumpierung, bei der etwa außenstehende Dritte (mit)bestimmen, welche Spieler eines Vereins (in diesem oder jenem Spiel) aufgestellt werden oder eben nicht. Dass das weitgehend von Hintermännern beherrschte Transfersystem eine unter rechtlichen und moralischen Aspekten höchst verdächtige und dubiose Angelegenheit ist, weiß man schon seit einiger Zeit. Wie hoch der Einfluss der im Hintergrund agierender Geschäftsbesorger aber tatsächlich ist, welche Abhängigkeiten von Vereinen und Spielern tatsächlich bestehen und welche Konsequenzen sich daraus ergeben, bzw. in konkreten Fällen nachweisen lassen, das ist ein Fragenkomplex, zu dem man sich durchaus ein Mehr an Aufklärung wünschen möchte.

Ich werde das Thema weiter verfolgen und mich sicherlich hier demnächst erneut dazu melden.
„Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“
(Albert Camus)

Kridde
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Re: Geschäftsfeld Fußball

Beitragvon Kridde » 26.01.2017 12:12

http://www.kicker.de/news/fussball/intligen/startseite/669657/artikel_marketing-deal_real-madrid-entfernt-kreuz-von-wappen.html

Für einen stärkeren Absatz von Fanartikeln im arabischen Raum nimmt Real Madrid offenbar eine Änderung des Vereinswappens in Kauf: Ein kleines Detail an der königlichen Krone wird entfernt!


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