Sponsoring durch Staatsmonopolisten ...

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Dino
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Sponsoring durch Staatsmonopolisten ...

Beitragvon Dino » 26.06.2006 08:35

... gibt es nicht? Gibt es doch! Aber vielleicht nicht mehr lange.

Aus der Zeitung "Die Welt" vom Sonnabend (24. 06. 06):

Oddset beendet Fußball-Sponsoring

Kompletter Rückzug des staatlichen Sportwettenanbieters in Niedersachsen


Hannover - Der staatliche Sportwettenanbieter Oddset wird sich aus dem Sponsoring von Fußballvereinen in Niedersachsen aller Voraussicht nach komplett zurückziehen. Das bestätigte am Freitag Rolf Stypmann, Geschäftsführer der Toto-Lotto Niedersachsen GmbH. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe wurde das staatliche Monopol auf Oddset-Sportwetten mit Auflagen im Kampf gegen die Spielsucht verbunden.

Vom Rückzug sind nach einem Bericht der "Neuen Presse Hannover" unter anderem Oberliga-Vereine wie Arminia Hannover oder Aufsteiger SV Ramlingen-Ehlershausen betroffen. Die Arminia soll bisher vom Hauptsponsor rund 80 000 Euro plus Sonderzahlungen kassiert haben. Auch andere Vereine müssen mit erheblichen finanziellen Einbußen rechnen.

Die Toto-Lotto GmbH in Niedersachsen darf nach Angaben Stypmanns keine aggressive oder auffordernde Werbung mehr machen, die zur Spielsucht führen könnte. Sowohl Trikot- als auch Bandenwerbung wird Oddset in Zukunft nicht mehr betreiben. "Wir müssen ja sogar die Kassenhäuschen bei Arminia Hannover abkleben", sagte Stypmann.
Sollte sich der Wettanbieter nicht an die strikten Vorgaben des Verfassungsgerichts halten, stände das staatliche Wettmonopol auf dem Spiel, bestätigte Dietmar Kopp von Toto-Lotto. In den kommenden Wochen werde sich nach Auskunft Stypmanns entscheiden, ob und wie weit Toto-Lotto das Sponsoring von Oddset übernehmen könne. "Das ist ein Tanz auf der Rasierklinge. Wir müssen ausloten, was geht und was nicht", sagte er.


Das könnte auch Auswirkungen auf den TSV Havelse haben, der ja bekanntlich in den letzten Jahren die niedersächsische Lottogesellschaft als Trikotsponsor hatte. In einem auf der HP des TSV Havelse veröffentlichten Artikel der "Leine-Zeitung" vom 06.06.06 heißt es:

Bei allem Weitblick auf mögliche Verstärkungen müssen die TSV-Verantwortlichen zunächst noch ihre Hausaufgaben machen. Der Verlängerung des Vertrages mit „Toto-Lotto“ steht noch aus. Bis hier Vollzug gemeldet werden kann bzw. eine Alternative gefunden ist, dürfte auch bei den Neuen nichts Endgültiges feststehen.

Ein Sponsoring durch staatliche Monopolisten unterscheidet sich nur leicht von einer Finanzierung aus Steuermitteln. Krasse Wettbewerbsverzerrung! Gut, wenn damit endlich Schluss wäre.
Zuletzt geändert von Dino am 26.06.2006 13:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon dry » 26.06.2006 10:20

Schön, dass betandwin werben darf :o

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Beitragvon Revo » 26.06.2006 10:28

ramlingen könnte ja vielleicht nochmal überlegen, ob sie in die oberliga wollen... :roll:
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Uwe
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Beitragvon Uwe » 26.06.2006 10:30

Also habe ich mit meinem Steuergeld Rammeln unterstützt. Feine Sache!
VfB Oldenburg Sonntag, 6. Oktober 1991 15:00 Uhr VfL OS
1 : 0 Radek Drulák 19. 1 : 1 Ralf Balzis 29. 2 : 1 Jörg Wawrzyniak 33. 3 : 1 Radek Drulák 40. 4 : 1 Thomas Gerstner 74. 5 : 1 Carsten Linke 76. 6 : 1 Michail Rousajew 85.
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Beitragvon Felissilvestris » 26.06.2006 11:59

Interssant, dass solche Nachrichten nach Lizenzerteilung kommen. Wenn Vereine stark auf die Zahlungen von Lotto angewiesen sind, dann müsste sich doch bei denen eine Finanzierungslücke auftun!?

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Dino
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Beitragvon Dino » 26.06.2006 13:36

Im Hannover Fußball Forum schreibt dazu der „TSV (Havelse)-Gott“:
Havelse geht durch den Absprung von Toto-Lotto ca. 15.000 € verloren. Es kann aber auch mehr sein, genauere Zahlen wollte man (bis jetzt) nicht nennen. Aber der Spielbetrieb für 2006/07 ist nicht gefährdet. Allerdings muss man bei einingen Neuverpflichtungen jetzt warten, bis man einen neuen Großsponsoren hat.
Als Großsponsoren fallen mir da aber nicht viele ein...Conti vll. Habt ihr noch irgendwelche Ideen?!

(Beitrag vom 25. 06. 06)

Wer dazu Ideen hat, sollte diese allerdings lieber beim VfB-Vorstand vorbringen!
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Beitragvon Uwe » 26.06.2006 13:57

Da unten wird doch fast jeder Verein irgendwie von denen gesponsort. Hoffentlich geht so einigen (bis auf Arminia) der Arsch auf Grundeis. Ganz besonders komischen Vorortgesellschaften.

Rammeln kann ja mal bei Herrn Frenzel (wohnt in Rammeln!) anfragen ob die TUI nicht von 96 zu Rammeln wechseln möchte.
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Beitragvon Dino » 26.06.2006 14:00

Uwe hat geschrieben:Rammeln kann ja mal bei Herrn Frenzel (wohnt in Rammeln!) anfragen ob die TUI nicht von 96 zu Rammeln wechseln möchte.


Hatte ich nicht bezüglich von neuen Sponsoren extra darauf hingewiesen:

Dino hat geschrieben:Wer dazu Ideen hat, sollte diese allerdings lieber beim VfB-Vorstand vorbringen!


VERSCHÄRFTES STRAFTRAINING FÜR UWE!
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Beitragvon Uwe » 26.06.2006 14:06

Dino: Ich stehe in guten Verhandlungen mit der Allianz als kommenden Hauptsponsor. Der Vertrag könnte schon nächste Woche stehen. Rehabilitiert mich das?
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Beitragvon Dino » 26.06.2006 14:13

Nur, wenn es kein Portokassen-Vertrag ist.
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Beitragvon Uwe » 26.06.2006 14:29

Dino: Um die Finanzierung zu gewährleisten werden extra ein paar Mitarbeiter beim Sponsor entlassen. Klingt wirklich nach einem größeren Vorhaben!
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Beitragvon Dino » 29.06.2006 08:11

Aus dem nachfolgenden Artikel wird nochmals das (ganze?) Ausmaß der Wettbewerbsverzerrung durch die Finanzierung von Vereinen aus dem Raum Hannover durch Toto/Lotto/Oddset ersichtlich:

Neue Presse, 23.06.2006

Toto-Lotto-Rückzug trifft Klubs hart

Havelse fürchtet um seine 18 Jugendteams. Arminia ist sauer auf den DFB.

Befürchtet wurde es schon länger, jetzt ist es Realität: Toto-Lotto zieht sich aus dem Fußball-Sponsoring zurück, womöglich auch aus anderen Sponsoring-Bereichen.
VON REINHOLD STEINKÜHLER
HANNOVER. „Das ist für alle eine bittere Pille“, war sich Toto-Lotto-Sponsoringleiter Asmus Weber bewusst, als er gestern die Nachricht verkündete, die einige hannoversche Klubs hart trifft: „Aus dem Fußball-Sponsoring gehen wir aufgrund des Urteils des Bundesverfassungsgerichts komplett raus.“ „Wenn wir das nicht tun, verlieren wir das staatliche Wettmonopol“, begründet der 48-jährige Weber die Entscheidung. „Die Oddset-Werbung im Fußball wird rechtlich sehr kritisch gesehen.“ Betroffen sind eine ganze Reihe von Traditionsvereinen. Lotto-Gelder erhielten bislang der VfL Osnabrück, der VfL Wolfsburg und auch der NFV. 96 soll, wie die NP erfuhr, mit einer sechsstelligen Summe gefördert worden sein. Arminia Hannover soll von Toto-Lotto als Hauptsponsor pro Saison rund 80 000 Euro plus Sonderzahlungen kassiert haben. Etwa im Bereich zwischen 15 000 und 18 000 Euro sollen der SC Langenhagen, der SV Ramlingen und der TSV Havelse gelegen haben, Germania Egestorf-Langreder soll immerhin die Ausrüstung finanziert bekommen haben. „Eine große Unsicherheit, wie es weitergeht“, sieht Weber auch in anderen Bereichen. So wurden zuletzt unter anderem die Niedersachsen-Radrundfahrt und das Feuerwerk der Turnkunst von Toto-Lotto jeweils mit etwa 50 000 Euro unterstützt. Sicher scheint: Die Rad-Tour wird nächstes Jahr nicht mehr Oddset-Rundfahrt heißen. Schnell reagiert haben Ramlingen und Langenhagen, die schon neue Geldgeber gefunden haben. In Ramlingen machts wieder R & S Dienstleistungen, Langenhagen präsentierte gestern den „Porto-Dienst“ als neuen Trikotsponsor. „Die zahlen etwas weniger, und wir mussten unsere Personalaufwendungen reduzieren“, verriet SCL-Manager Stefan Pralle, „aber wir haben keine Bauchschmerzen.“ „Sehr weh“ tut der Rückzug Havelse, weiß Klubchef Jens Göttner. „Wir müssen um jeden Euro ringen, und es wird jetzt ein Riesenproblem, unsere 18 Jugendteams zu finanzieren.“ Er sieht auch eine moralische Komponente: „Toto-Lotto hat die Legitimation durch die öffentliche Hand und dadurch gewisse Verpflichtungen.“ Weniger Sorgen hat Nek Capric von der 96-Marketingabteilung: „Wir sind durch unseren Sponsorenpool stabil.“ Sauer auf den DFB ist Arminen-Chef Jürgen Scholz: „Die haben sich, obwohl sie Vertreter des Amateursports sind, auf die Seite von Betandwin geschlagen. Die haben sogar die Innenminister angeschrieben, dass Betandwin ein legales Unternehmen sei. Denen geht es wohl nur ums Geld.“

(gefunden im Forum der "Fußballecke")

Den Herrn Göttner & Co. sei gesagt:
Eine vom Land mit einem "Monopol zum Gelddrucken" ausgestattete Gesellschaft hat kein Recht, durch Sponsoring einseitig gewisse Vereine aus der Landeshauptstadt zu bevorzugen. Sie erleben jetzt, wie es allen anderen, auch bisher schon nicht aus diesen Töpfen "gefütterten" Vereinen schon immer ging. Erwarten Sie da mal kein Mitleid!
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Beitragvon Soccer_Scientist » 29.06.2006 08:19

Was hat es eigentlich mit diesem Satz auf sich:
„Wenn wir das nicht tun, verlieren wir das staatliche Wettmonopol“


Was hat das eine denn mit dem anderen zu tun?
"Nicht alles was man oben reinsteckt, kommt unten wieder raus"

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Beitragvon Dino » 29.06.2006 08:43

Das staatliche Wettmonopol in Deutschland wurde rechtlich und moralisch schon immer damit begründet, dass das unerwünschte Glücksspiel, das man eben – leider, leider – nicht verhindern kann, nur so begrenzt und unter Kontrolle gehalten werden kann.
Inzwischen gibt es ja im Bereich der Sportwetten einige private Konkurrenz. Diese Konkurrenten haben entweder Lizenzen, die noch vor der Vereinigung in der real absaufenden DDR hurtig erteilt wurden (und bislang Bestandsschutz haben), oder sie haben ihren Sitz im Ausland und nur Wett-Annahmestellen in Deutschland.
Das Verfassungsgericht hat vor einiger Zeit den Gesetzgeber vor die Qual der Wahl gestellt, entweder den Markt für Sportwetten gänzlich freizugeben, oder aber seinen gesetzlichen und moralischen Auftrag zur Bekämpfung der Spielsucht usw. ernst zu nehmen. Wer aber ein Monopol hat, um offiziell die Spielsucht zu bekämpfen, der darf natürlich keine Werbung für Sportwetten betreiben, weil die dann ja gerade die Spielsucht erst weckt und fördert. So jedenfalls das hohe Gericht. In Schweden etwa machen die Läden der Alkoholbehörde ja auch keine Schnapswerbung und versuchen auch nicht über längere Ladenöffnungszeiten ihrer Abgabestellen mehr Umsatz zu machen.
Real geht es bei dem Konflikt darum, ob über ein Staatsmonopol ein höherer Anteil der Wetteinsätze abgeschöpft werden kann, oder ob private Anbieter zum Zuge kommen, die man weniger schröpfen kann. Letztere können den Kunden dann natürlich bessere Quoten anbieten und haben dadurch einen Wettbewerbsvorteil. Bei dem ganzen Streit geht es somit natürlich nicht um Moral sondern eindeutig um Geld.
Ein besonderer Reiz des Staatsmonopols liegt zudem darin, dass erhebliche Mittel abseits öffentlicher Haushalte vermauschelt werden können, z. B. für Sportvereine aus der Landeshauptstadt.
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Beitragvon Soccer_Scientist » 29.06.2006 10:04

Danke, Dino!
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Beitragvon F.-G.-Mann » 29.06.2006 12:26

...In Schweden etwa machen die Läden der Alkoholbehörde ja auch keine Schnapswerbung und versuchen auch nicht über längere Ladenöffnungszeiten ihrer Abgabestellen mehr Umsatz zu machen. ...


Dino, warum eigentlich nicht...? Wäre doch durchaus angenehm...
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Beitragvon Dino » 29.06.2006 13:20

Dich sollte man da mal für etwas länger nach Schweden oder besser noch Norwegen schicken. Vielleicht würden die Schweden/Norweger dann den Schnaps freigeben, weil sie so ein Elend anders nicht mehr ertragen.
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Beitragvon F.-G.-Mann » 29.06.2006 13:57

Andere Leute wollen mich noch ganz woanders hinschicken... Da komm ich bei Dir ja noch gut weg (der direkte Uerige-Zugang MUSS allerdings in jedem Fall gegeben sein)...
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Beitragvon Soccer_Scientist » 10.08.2006 13:13

Sachsen entzieht Bwin die Lizenz

Sachsen hat dem privaten Sportwettenanbieter Bwin das Vermitteln und Veranstalten von Sportwetten in dem Bundesland verboten. Damit kämpft der Freistaat um den Erhalt des staatlichen Wettmonopols. Nach sächsischer Auffassung hat das Verbot sogar bundesweite Wirkung.

Hamburg/Dresden - Der Streit ist wie vorausgesagt eskaliert: Das Bundesland Sachsen hat dem deutschen Ableger des internationalen Sportwettenanbieters Bwin, ehemals Betandwin, die Konzession entzogen.

Das zuständige Regierungspräsidium Chemnitz habe heute Untersagungsverfügungen gegen die Unternehmen Betandwin e. K. im sächsischen Neugersdorf und die Bwin.com Interactive Entertainment AG mit Sitz in Wien erlassen, teilte das Dresdner Innenministerium mit. Die Verfügung müsse - unter Androhung eines Zwangsgeldes von 25.000 Euro - innerhalb von 14 Tagen umgesetzt werden, sagte Innenstaatssekretär Jürgen Staupe. Den Verantwortlichen drohe bei Zuwiderhandlung zudem eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. In Sachsen dürfe allein der Freistaat selbst Sportwetten veranstalten oder ausrichten lassen.

Staupe sagte, das Veranstalten und Vermitteln solcher Wetten ohne behördliche Erlaubnis sowie Werbung dafür sei laut Strafgesetzbuch strafbar und damit verboten. Das Innenministerium in Dresden berief sich zudem auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom März 2006. Damals ging es um das staatliche Wettmonopol in Bayern. Das Gericht hatte allerdings das Sportwetten-Monopol des staatlichen Anbieters Oddset mit seiner Entscheidung kritisiert; nur wenn der Anbieter die Spielsucht eindämme, dürfe er weiter den Markt beherrschen. Seither wird auf Oddset-Wettscheinen vor Suchtgefahren gewarnt.

Dem österreichischen Anbieter Bwin droht nun mit dem Verbot durch die sächsische Landesregierung der Verlust des gesamten Deutschland-Geschäfts. Staupe erklärte, die Verfügung habe Wirkung für ganz Deutschland, insgesamt seien 53 Wettanbieter betroffen. Und mit Blick auf Bwin: "Eine behördliche Genehmigung besteht weder in Sachsen noch in einem anderen Bundesland." Notfalls könnten die Landesmedienanstalten Internet-Angebote des Unternehmens auch mit technischen Mitteln blocken, erklärte Staupe.

Das Geschäft des Wettanbieters mit seinen rund eine Million Kunden auf dem deutschen Markt basierte auf der bisherigen - noch zu DDR-Zeiten im Jahr 1990 ausgestellten - Lizenz aus Sachsen. Nach dem drastischen Einbruch des Bwin-Aktienkurses gestern an der Wiener Börse um zeitweise rund 30 Prozent fiel die Aktie auch heute nach Bekanntwerden der sächsischen Entscheidung weiter um mehr als acht Prozent zurück.

Das Unternehmen hatte nach ersten Berichten über die drohende Untersagung ihres Geschäftes durch Sachsens Regierung angekündigt, für diesen Falle Schadenersatzforderungen in der Größenordnung von mehr als 500 Millionen Euro zu stellen. Firmeninhaber Steffen Pfennigwerth bezeichnete das Vorgehen Sachsens als beispiellos. Bwin werde sich "gegen beispiellose Wettbewerbsverhinderung" wehren und die Rechtsmittel ausschöpfen.

"Lotteriemonopol aus fiskalischen Gründen"

"Die jeweils zuständigen Gerichte bis hin zum Bundesgerichtshof als höchstes deutsches Zivilgericht haben in der Vergangenheit im Zuge zahlreicher Verfahren die Rechtmäßigkeit und Gültigkeit meiner Gewerbeerlaubnis bestätigt", sagte Pfennigwerth. Nun werde versucht, seinem Unternehmen die Existenzgrundlage zu entziehen, "nur weil die Politik aus fiskalischen Gründen am Lotteriemonopol festhalten will und in großen Teilen nicht Willens ist, entsprechende regulatorische Gestaltungsprozesse in Gang zu setzen."

Das staatliche Wettmonopol in Deutschland sorgt seit langem für Streit - nicht erst, seit die EU-Kommission daran Anstoß nahm. Dabei geht es der Kommission weniger um das Monopol an sich, als darum, ob die Beschränkungen für private Wettanbieter nach den EU-Wettbewerbsregeln gerechtfertigt sind. Der Markt der Sportwetten in Deutschland wird von Experten auf ein Umsatzvolumen von knapp drei Milliarden Euro geschätzt. Mehrere Bundesländer kämpfen mit aller Macht um den Erhalt des staatlichen Wettmonopols. Niedersachsen verbot der Mannschaft von Werder Bremen, am kommenden Sonntag mit ihren mit Bwin-Logos bedruckten Trikots in Hannover aufzulaufen.

Zu ähnlichen Streitereien kam es bereits in Bayern, wo zeitweise Polizisten beim Fußball-Zweitligisten München 1860 überprüften, ob Bwin-Logos an der Sportkleidung zu sehen waren. Auch die Senioren vom FT Starnberg 09 - immerhin nur Amateurkicker - mussten bereits auf Bekleidung verzichten, die Bwin gespendet hatte.

"Das ist kriminelles Verhalten"

Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) verteidigte heute im Bayern2Radio das harte Vorgehen gegen private Wettanbieter. Der staatliche Anbieter Oddset werde dadurch nicht bevorzugt. "Das Bundesverfassungsgericht hat uns aufgegeben, auch die öffentlich-rechtlichen Spieleinrichtungen schärfer zu kontrollieren." Zugleich wies er darauf hin, dass Werbung für staatliche Wettanbieter verboten sei. Eine Bandenwerbung für Oddset sei ebenso wenig zulässig wie Werbung für Spielbanken.

Die Ankündigung von Bwin, weiterhin Einsätze per Internet aus Deutschland anzunehmen, bezeichnete Beckstein als illegal. "Das ist kriminelles Verhalten", betonte der Politiker. Gleichzeitig räumte er ein, es sei schwer, die Wetten zu verhindern. "Natürlich gibt es da Schlupflöcher", sagte der Minister.

Der Verein München 1860 zeigte sich von der Entscheidung in Sachsen überrascht. "Ob das für uns Folgen hat, kann man nicht absehen", sagte Sprecher Robert Hettich. Der Verein kündigte an, dass der Club zum Bundesliga-Saisonauftakt mit einem neuen Schriftzug auf den Trikots auflaufen werde. Schon gestern, beim Freundschaftsspiel gegen Bayern München, stand dort statt Bwin "We win!"


http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,431046,00.html
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Beitragvon Felissilvestris » 10.08.2006 13:37

Unsere Politiker sind einfach zu dämlich für diese Welt. Eigentlich wissen die doch ganz genau, dass wenn BetandWin vor dem EuGH klagt, dass die Recht bekommen werden.
Dann soll sich BetandWin in Österreich eine Lizenz besorgen und bumms greift die EU-Niederlassungsfreiheit, genau wie bei docmorris! Deutsche Politik ist einfach zu dumm für diese Welt!


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