Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Fußball

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Poldie
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Fußball

Beitragvon Poldie » 15.02.2017 17:13

tz_don hat geschrieben:Einigt euch doch darauf das sowohl die Aktion in St.Pauli als auch in Dortmund einfach scheisse waren :!:
Dem kann ich mich nur anschließen.

Dresden: Was würde man sagen, wenn bei einem Spiel des „1. FC Hiroshima“ in der Fankurve eines Erzrivalen ein Banner hochgehalten würde:

„Little Boy on Hiroshima – and then Fat Man!“?


Spruchbänder – ob in Stadien oder sonst wo – können schwerlich Denkprozesse über die Eigendynamik moderner Kriege, noch über deren diskutable oder indiskutable Bewertungen auf den Weg bringen.

Leipsch: Auch mit „Rattenbrause“, „Dosenclub“–Sprüchen u.ä. lässt sich das Unbehagen daran, dass „Geld die Welt regiert“ nicht auf den Punkt bringen. Sentimental ergeht sich man sich in dem Mythos „Traditionsverein“. Wobei doch jeder weiß, dass die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA nicht so ganz viel zu tun hat mit der Borussia von 1900.

Ein Südkurvenfan im Signal Iduna Park - ob Beitragszahler auch im Verein oder nicht - dürfte auf die Vereinspolitik kaum mehr Einfluss haben als ein Fan, der sich in der Red Bull Arena sein Vergnügen sucht.

Wer als unbetuchter Scheißer bei einem Verein mitreden will, der muss sich in die Niederungen unterhalb der Oberligen begeben. In den oberen Ligen
ist und bleibt er eine „Very Unimportant Person“. Die Musik bestimmen hier "wichtige Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens". Oder solche, die es unbedingt sein wollen.
Zuletzt geändert von Poldie am 15.02.2017 17:27, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Fußball

Beitragvon JanW » 15.02.2017 17:25

Südschwede hat geschrieben:Die ganze Diskussionsführung auf den letzten Seiten offenbart die Gründe warum ich, und sicherlich auch einige andere, überhaupt keinen Bock mehr haben, sich daran zu beteiligen. Macht aber nix, da die Sinnlosigkeit einer Beteiligung an einer Diskussion bei mir zu Desinteresse geführt hat. Nicht Desinteresse am eigentlich Thema; es gibt schließlich genügend andere Plattformen in den man seinen Input stillen kann. Was führt nun aber dazu, dass sich Diskussionen meist auf die üblichen fünf bis sechs Hanseln beschränken und gelegentlich hineingesogene andere Forenbesuchr in den meisten Fällen alsbald das Weite suchen?

Der eine besteht schon seit einer ganze Weile darauf, dass er zu jedem Thema zu dem er sich äußert, die alleinige Deutungshoheit hat und abweichende Einlässe werden als wahlweise irrelevant oder schlicht falsch abgetan. Die als Status Quo zementierte Einzelmeinung Feststellung darf dabei nicht in Frage gestellt werden und Zuwiderhandlungen sorgen für umgehende Verweise. Als Krönung des Ganzen wird ab und zu noch angekündigt, in Kürze zu einem bestimmten Thema eine eingehende Verlautbarung folgen wird. Nein danke!

Die anderen verweilen zum großen Teil dabei unmenschlich lange Texte zu schreiben, deren Umfang keinesfalls dem Gehalt entspricht und wichsen sich gegenseitig darüber ab, was sie sich wieder für Schwurbelwüsten rausgewürgt haben. Gerne werden auch mal völlig unreflektiert irgendwelche Nonsensideen abgefeiert, bei denen jeder Grundschüler sich zusammenreimen könnte, dass eine Umsetzung völlig unrealistisch ist. Garniert wird dies noch mit Verlinkungen auf Artikel, deren politische Ausrichtung aber sowas von offensichtlich sind. Dass man gerne mal "mit politischer Inkorrektheit kokettiert" ist ja eine Sache, aber bei so mancher Aüßerung bleibt, wenn man das Wortdickicht drumherum wegschneit, reinste AfD-Rhetorik übrig und es lässt mich angewidert den Thread verlassen. Da kommt mir dann nur noch der Spruch in den Sinn: "Mit den Linken ist es wie mit den Rauchern - die ehemaligen sind die schlimmsten."


Selten hast du mir so das Wort abgenommen. Ich könnte es nicht ansatzweise besser formulieren.
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Fußball

Beitragvon Südschwede » 15.02.2017 17:36

@Poldie:
Der kleine Fan bei Dortmund, Leipzig oder einem x-beliebigem anderen Bundesligaverein dürfte allein durch die reine Masse des Fananhangs kaum die Chance haben im Verein gehört zu werden. Das ist dann eher dem Erfolg des Vereins geschuldet, der sich wie auch immer in der höchsten Spielklasse etabliert hat. Wirklicher Einfluss des kleinen Fans ist wohl maximal in der Regionalliga oder bei kleinen Drittligisten noch möglich.

Das beim BVB gerne auf der als Aktiengesellschaft herumgeritten wird verstehe ich ehrlich gesagt nicht so ganz, hat vielleicht auch mit weit verbreiteter Unkenntnis übers Aktiengeschäft zu tun. Mit dieser Rechtsform gehen weitaus höheren Berichtpflichten einher, als sie anderen Bundesligisten obliegen. Der Zeitpunkt für den Börsengang war im Nachhinein zwar nicht optimal gewählt und erst später stellte sich eine finanzielle Gesundung ein, aber erst dadurch steht der BVB heute so gut da. Periodisch arbeiten sich ein paar Hedgefonds an dem Papier ab, aber ansonsten ist die AG größtenteils in Streubesitz. Das finde ich dann wesentlich unverfänglicher als ein jordanischer Investor bei 1860 der fortwährend versucht seinen Interessen durchzusetzen oder Großkonzerne wie Allianz, Telekom, Adidas etc. die sich für 20-25 Mio. € bei Bayern München einkaufen, mit einem Aufsichtsratsposten belohnt werden und sicherlich ihre Interessen gewahrt sehen wollen.
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Fußball

Beitragvon Senf » 15.02.2017 18:23

Poldie hat geschrieben:Dresden: Was würde man sagen, wenn bei einem Spiel des „1. FC Hiroshima“ in der Fankurve eines Erzrivalen ein Banner hochgehalten würde:

„Little Boy on Hiroshima – and then Fat Man!“?



Ahso, du meinst wenn der Gegner der SC Nagasaki gewesen wäre?
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Fußball

Beitragvon Poldie » 15.02.2017 19:06

Südschwede hat geschrieben:@Poldie:
Das beim BVB gerne auf der als Aktiengesellschaft herumgeritten wird verstehe ich ehrlich ghttp://forum.vfb-oldenburg.de/posting.php?mode=quote&f=10&p=581849esagt nicht so ganz
Das war nicht meine Absicht. Wir stimmen ja doch darin überein, dass - uinabhängig von der Rechtsform – in den oberen Ligen diejenigen das Sagen haben, die auch sonst in unserem freiheitlichen Kapitalismus bestimmen, wo es lang geht: „Haste nix,, biste nix“.

Die Besonderheit bei der Borussia nur ist, dass sie ihre Umwandlung in eine AG nicht pragmatisch als geeignetes Finanzierungsmodell an den Mann brachte, sondern in der unseligen Zeit des Neoliberalismus davon faselte, sie sei nunmehr – täterätäh – ein „Wirtschaftsunternehmen“- Nicht mehr ein popeliger Fußballverein!

Aber gerade weil in der Sache die Finanzierungsform ziemlich egal ist, kann ich mich über R:B. Leipsch nicht sonderlich aufregen. Mateschlitz scheint nicht wohin zu wissen mit seinen süß verdienten Milliarden. Seine Leidenschaft sind offensichtlich spektakuläre Sportarten und –events. So wie andere Besserverdienende den Überfluss ihres Geldes in bildende Kunst oder Tonkunst reinbuttern. - Mir jedenfalls ist so etwas sympathischer als wenn versucht wird, Politik zu kaufen. Oder Geld nur auszugeben, um mit aller Gewalt der dickste Geldsack der Welt zu werden.

Persönlich hält der Österreicher sich angenehm zurück. Auch ist von ihm nicht bekannt, dass er sich laufend einmischt in die von ihm geförderten Unternehmungen, wie z.B. der von dir Erwähnte bei München 60, oder ein Kühne beim HSV. Oder wie es Sprehe hier im Norden früher penetrant vorgeführt hatte.

Der Werbeeffekt dieser Art von Sponsoring ist im übrigen sehr begrenzt, eine direkte Bewerbung ist sehr viel berechenbarer. Auch wenn RB-Leipsch drei Mal in Folge die Champions-League meistern sollte, ich persönlich werde die Brause mir nicht ein zweites Mal zumuten.
Zuletzt geändert von Poldie am 15.02.2017 19:20, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Fußball

Beitragvon Poldie » 15.02.2017 19:17

Senf hat geschrieben:
Poldie hat geschrieben:Dresden: Was würde man sagen, wenn bei einem Spiel des „1. FC Hiroshima“ in der Fankurve eines Erzrivalen ein Banner hochgehalten würde:

„Little Boy on Hiroshima – and then Fat Man!“?



Ahso, du meinst wenn der Gegner der SC Nagasaki gewesen wäre?

Deine Frage, lieber Senf, tut mich 'n büschen überfordern.

Worauf ich hinaus wollte: Wenn ich zu unterschiedlichen Themen dumme Sprüche vor mir habe, zerbrech ich mir nicht den Kopf darüber, welcher davon, warum, der wohl dümmste ist. Und welcher nach anstrengenden Klimmzügen vielleicht mit sehr viel Nachsicht eventuell doch durchgehen könnte.

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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Fußball

Beitragvon Senf » 15.02.2017 19:24

Poldie hat geschrieben:
Senf hat geschrieben:
Poldie hat geschrieben:Dresden: Was würde man sagen, wenn bei einem Spiel des „1. FC Hiroshima“ in der Fankurve eines Erzrivalen ein Banner hochgehalten würde:

„Little Boy on Hiroshima – and then Fat Man!“?



Ahso, du meinst wenn der Gegner der SC Nagasaki gewesen wäre?

Deine Frage, lieber Senf, tut mich 'n büschen überfordern.

Worauf ich hinaus wollte: Wenn ich zu unterschiedlichen Themen dumme Sprüche vor mir habe, zerbrech ich mir nicht den Kopf darüber, welcher davon, warum, der wohl dümmste ist. Und welcher nach anstrengenden Klimmzügen vielleicht mit sehr viel Nachsicht eventuell doch durchgehen könnte.


Im übrigen könnten die DresderInnen auch ganz geschickt mit "Eure Groszeltern brannten für Hamburg" kontern. Dürfte bei St Pauli aber nur die wenigsten interessieren.
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Fußball

Beitragvon Südschwede » 15.02.2017 19:33

Poldie hat geschrieben:
Südschwede hat geschrieben:@Poldie:
Das beim BVB gerne auf der als Aktiengesellschaft herumgeritten wird verstehe ich ehrlich gesagt nicht so ganz
Das war nicht meine Absicht.
Weiß ich wohl, hatte ich auch nicht so verstanden. War mehr ein Aufhänger das mal generell anzusprechen, da mancher (wie auch immer motivierte) RB-Verteidiger meint, damit das knalligste Gegenargument ever gefunden zu haben. :mrgreen:
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Fußball

Beitragvon Soccer_Scientist » 16.02.2017 08:02

JanW hat geschrieben:Selten hast du mir so das Wort abgenommen. Ich könnte es nicht ansatzweise besser formulieren.


Bis auf das mit den ehemaligen Rauchern.
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Fußball

Beitragvon Soccer_Scientist » 16.02.2017 08:27

Südschwede hat geschrieben:War mehr ein Aufhänger das mal generell anzusprechen, da mancher (wie auch immer motivierte) RB-Verteidiger meint, damit das knalligste Gegenargument ever gefunden zu haben. :mrgreen:


Das ist wohl weniger ein Argument für RB Leipzig, sondern eher ein Indiz, dass die Heuchelei der Dortmunder Anhänger aufzeigt.

Der Borussia Dortmund-Konzern hat zusammen mit anderen selbsternannten Traditionsvereinen über Jahrzehnte hinweg die Kommerzialisierung des Fußballs vorangetrieben. Gehälter wurden in die Höhe getrieben, Pay-TV, immer mehr zerfledderte Spieltag, Montagsspiele, Verkauf der Stadionnamen, Umwandlung in Kapitalgesellschaften und die sich daraus ergebenen Sachzwänge. Der Fußballsport wurde über Jahrzehnte für die kommerzielle Verwertung zurechtgestutzt. Borussia Dortmund war eine der treibenden und maßgebenden Kräfte dabei.

Nun ist seit wenigen Jahren RB Leipzig dabei und plötzlich stehen die Verantwortlichen auf, zeigen mit dem Finger auf den Emporkömmling und rufen ihren Anhängern zu: "Seht mal! Und das sind die Leute, die euren Sport kaputt machen".

Und das Dortmunder Dummvolk sieht sich auf der moralisch richtigen Seite und geht dadurch legitimiert mit Steinen, Flaschen und Verbalattacken auf die Leipziger Anhänger los. Es gibt sicherlich hunderte Gründe RB Leipzig scheiße zu finden, aber der Vorwurf von Fans eines Unterhaltungskonzerns wie Borussia Dortmund, die Leipziger würden den Fußball verkommerzialisieren, ist vollkommen absurd. Das ist die Suche nach einem Sündenbock.
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Fußball

Beitragvon der neue cody » 16.02.2017 09:21

Also was rattenbrause angeht, ja man sollte nicht so kurzsichtig srin und da einfach gegen kommerz wettern. An kommerz gewöhnt man sich. Was ich niemals akteptieren werde, ist ein konstrukt, das in seiner existenz keine andere hauptfunktion hat als ein werbemittel zu sein und indofern einfach kein verein ist. Ich will sie auch gar nicht mal hassen, die sollen einfach nur weg
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Fußball

Beitragvon Soccer_Scientist » 16.02.2017 09:31

der neue cody hat geschrieben:Was ich niemals akteptieren werde, ist ein konstrukt, das in seiner existenz keine andere hauptfunktion hat als ein werbemittel zu sein und indofern einfach kein verein ist.


Es verlangt niemand, irgendetwas zu akzeptieren. Aber bei einem Verein etwas zu kritisieren, was der eigene Verein über Jahrzehnte getrieben hat, offenbart eine gewisse Ambivalenz.

Und das, was da in der Bundesliga auf dem Platz steht, hat mit Fußballverein auch nichts mehr zu tun.
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Fußball

Beitragvon foley_artist » 16.02.2017 09:34

der neue cody hat geschrieben:Also was rattenbrause angeht, ja man sollte nicht so kurzsichtig srin und da einfach gegen kommerz wettern. An kommerz gewöhnt man sich. Was ich niemals akteptieren werde, ist ein konstrukt, das in seiner existenz keine andere hauptfunktion hat als ein werbemittel zu sein und indofern einfach kein verein ist. Ich will sie auch gar nicht mal hassen, die sollen einfach nur weg

Es wäre löblich, wenn du in Zukunft auf Groß- und Kleinschreibung eingehen könntest :lol: 8)
Hallo i bims, ein Atmo Hopper.

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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Fußball

Beitragvon Soccer_Scientist » 16.02.2017 11:03

Toni Tore 2002 hat geschrieben:Das bewegt sich auf der gleichen Ebene wie "Eine U-Bahn bauen wir..."-Gesänge.


Nein, bewegt es sich nicht.

Das U-Bahn-Lied glorifiziert und befürwortet den Holocaust ganz offen.

Der Spruch der Paulianer mag zwar verletzend und geschmacklos sein, aber selbst mit viel Phantasie ist nicht zu erkennen, dass sich die Initiatoren die erneute Bombardierung von Dresden wünschen. Die Intention der Hamburger geht in eine ganz andere Richtung.
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Fußball

Beitragvon der neue cody » 16.02.2017 11:10

Soccer_Scientist hat geschrieben:
Toni Tore 2002 hat geschrieben:Das bewegt sich auf der gleichen Ebene wie "Eine U-Bahn bauen wir..."-Gesänge.


Nein, bewegt es sich nicht.

Das U-Bahn-Lied glorifiziert und befürwortet den Holocaust ganz offen.

Der Spruch der Paulianer mag zwar verletzend und geschmacklos sein, aber selbst mit viel Phantasie wünscht sich keiner der Initiatoren die erneute Bombardierung von Dresden. Die Intention der Hamburger geht in eine ganz andere Richtung.


ich denke, man kann sagen, es sei die gleiche ebene, da in beiden beispielen das töten von menschen abgefeiert wird. natürlich kann man auch unterschiede herausstellen und daraus folgern, daß es unterschiedliche ebenen sind, so wie du es machst. das können wir alles machen.
solange niemand auf die idee kommt, toni die gleichsetzung von holocaust und der bombardierung dresdens zu unterstellen, ist ja alles gut ;)
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Fußball

Beitragvon Soccer_Scientist » 16.02.2017 11:14

der neue cody hat geschrieben:ich denke, man kann sagen, es sei die gleiche ebene, da in beiden beispielen das töten von menschen abgefeiert wird.


Ich sehe nicht, dass die Paulianer tote Dresdener "abfeiern".

Die Ausdrucksform mag pietätlos sein, aber ich kann nicht erkennen, dass sich die Hamburger über die toten Dresdener freuen. Deren Kritik (deutscher Opfermythos) geht doch in eine vollkommen andere Richtung.
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Fußball

Beitragvon der neue cody » 16.02.2017 11:20

Soccer_Scientist hat geschrieben:Ich sehe nicht, dass die Paulianer tote Dresdener "abfeiern".

Die Ausdrucksform mag pietätlos sein, aber ich kann nicht erkennen, dass sich die Hamburger über die toten Dresdener freuen. Deren Kritik (deutscher Opfermythos) geht doch in eine vollkommen andere Richtung.

ich verstehe so, daß mit "schon eure großeltern brannten für dresden" schadenfreude über diesen umstand ausgedrückt wird. was soll dieser satz sonst ausdrücken?
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Fußball

Beitragvon Soccer_Scientist » 16.02.2017 11:28

der neue cody hat geschrieben:ich verstehe so, daß mit "schon eure großeltern brannten für dresden" schadenfreude über diesen umstand ausgedrückt wird. was soll dieser satz sonst ausdrücken?


Naja, der Spruch geht doch weiter.

Er richtet sich gegen den Opfermythos, den man wohl bei der Dresdener Fanszene festgestellt haben will.

Die pietät- und respektlose Wortwahl sehe ich als rhetorisches Gegengewicht zu genau diesem Opfermythos und der Stilisierung zu besonderen Toten. Jedoch keineswegs als Befürwortung der Bombardierung unschuldiger Menschen.
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Fußball

Beitragvon der neue cody » 16.02.2017 11:32

Soccer_Scientist hat geschrieben:
Er richtet sich gegen den Opfermythos, den man wohl bei der Dresdener Fanszene festgestellt haben will.

Die pietät- und respektlose Wortwahl sehe ich als rhetorisches Gegengewicht zu genau diesem Opfermythos. Jedoch keineswegs als Befürwortung der Bombardierung unschuldiger Menschen.

mal angenommen, ich liege hier falsch, was die schadenfreude angeht, dann hast du mit deinem einwand unterschiedlicher ebenen uneingeschränkt recht.
jedoch, wenn man sich gegen den opfermythos aussprechen möchte, reicht doch der zweite teil des spruchbands aus. nicht nur das, der erste teil hat in diesem zusammenhang überhaupt keine funktion. deshalb verstehe ich ihn ganz klar als ausdruck von schadenfreude.
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Fußball

Beitragvon Soccer_Scientist » 16.02.2017 11:39

der neue cody hat geschrieben:jedoch, wenn man sich gegen den opfermythos aussprechen möchte, reicht doch der zweite teil des spruchbands aus. nicht nur das, der erste teil hat in diesem zusammenhang überhaupt keine funktion. deshalb verstehe ich ihn ganz klar als ausdruck von schadenfreude.


Er wäre aber von niemandem zur Kenntnis genommen worden. Jetzt ist er durch alle Medien gegangen und man hat genau den Effekt, den man haben wollte.

Ich glaube übrigens auch, dass man einen solchen Spruch bei anderen Fanszenen nicht gemacht hat. Er passt einfach wie die Faust aufs Auge, weil gerade die Dresdener, wie keine andere Fanszene, für das Schockieren und das Überschreiten von Grenzen steht. Und da wollte man die Sachsen einfach mal mit ihren eigenen Mitteln schlagen.
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