Lagebild und Solidaritätserklärung

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VfBfuerAlle
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Lagebild und Solidaritätserklärung

Beitragvon VfBfuerAlle » 04.12.2018 17:29



Neutralität in Zeiten des Rechtsrucks

Ein Lagebild zur aktuellen Situation im Umfeld des VfB Oldenburg



Seit vielen Jahren vertritt die Oldenburger Fanszene antirassistische und menschenrechtsorientierte Grundsätze. Die Anfänge sind zu Beginn der 1990er Jahre in der sozialpädagogischen Arbeit des damals noch existierenden Fanprojektes begründet. Diese Grundsätze wurden im Laufe der Jahre generationsübergreifend von verschiedenen aktiven Fangruppierungen mitgetragen. In Zusammenarbeit mit dem VfB Oldenburg entstanden zahlreiche gemeinsame Projekte. Beispielhaft genannt hierfür sind die Entwicklung eines präventiven Maßnahmenkatalogs gegen Rechts, Veranstaltungen mit Geflüchteten (z. B. das „VfB and friends“ Hallenturnier oder das Spiel gegen ein Team der kommunalen Gemeinschaftsunterkünfte), die Teilnahme am Christopher Street Day oder auch die Gedenkstättenfahrt in das Vernichtungslager Auschwitz (1). Im Jahr 2015 wurde dem Fanverein „VfB für Alle“ vom Deutschen Fußball Bund mit dem Julius Hirsch Preis die höchste Auszeichnung für Antidiskriminierungsarbeit im Deutschen Fußball verliehen. Durch die vielfältigen Tätigkeiten wurden der VfB und seine Fans in Oldenburg, aber auch über die Stadtgrenzen hinaus, von vielen Menschen positiv wahrgenommen. Es wurde im Laufe der Jahre ein wichtiger Beitrag dazu geleistet, dass es bei den Spielen nur noch selten zu diskriminierenden Vorkommnissen kommt und sich die Menschen beim VfB wohl fühlen können.



Während sich in der Vergangenheit Vereinsoffizielle sich nicht zu schade waren, sich auch mal auf der Gegengerade blicken zu lassen und den direkten Kontakt mit den Fans zu suchen, verläuft die jetzige Zusammenarbeit mit den neuen Verantwortlichen in Hinblick auf unsere Themenschwerpunkte alles andere als positiv, worauf wir nachfolgend eingehen und einige Missstände des Beziehungsverhältnisses aufzeigen möchten.



Was ist vorgefallen?



Unsere Ausführungen möchten wir mit dem Sommer 2018 und somit mit der Sommerpause beginnen. Nachdem unsere ehemalige Fanbeauftragte ein WM Spiel im Fanprojekt verfolgte, begab sie sich nach Hause und musste feststellen, dass in ihrer Wohnung eingebrochen wurde. Hierbei handelte es sich jedoch nicht um einen gewöhnlichen Einbruch. Sämtliche Möbel wurden zerstört, Wände unter anderem mit rechten Parolen beschmiert und Hakenkreuze auf einem Flachbildfernseher sowie auf dem Sofa hinterlassen. Aus unserer Sicht stellt dies eine rechts motivierte Straftat dar und war Anlass dafür, gemeinsam mit der Betroffenen und dem Fanbeauftragten, an die Verantwortlichen des Vereins heran zu treten und um Unterstützung zu bitten. Gemeinsam wurde eine Erklärung formuliert, die in Absprache und durch Zusage des Vorstandes veröffentlicht werden sollte. Nachdem Aufsichtsrat und Vorstand sich noch mal genauer über den Vorfall ausgetauscht haben, kamen diese zu dem Entschluss, die Stellungnahme nicht herauszugeben. Die Entscheidung hierüber soll nicht leicht gefallen sein. Begründet wurde das Vorgehen letzten Endes damit, dass der Vorfall von der Polizei nicht hundertprozentig als rechte Straftat eingeordnet werden konnte. Inwieweit von den Verantwortlichen auch eine Einschätzung vom Staatsschutz eingeholt wurde, der für derartige Delikte weiterführend zuständig ist, entzieht sich unserer Kenntnisse. Unabhängig von den behördlichen Einschätzungen wäre es wünschenswert gewesen, wenn sich der Verein aus einer zivilgesellschaftlichen Perspektive zu dem Vorfall geäußert hätte. Dies wäre aus unserer Sicht ein wichtiges und wirksames Signal nach außen gewesen, um die Betroffene und alle zivilgesellschaftlich engagierten Fans zu stärken. Der Betroffenen zunächst Unterstützung zuzusagen, um anschließend einen Rückzieher zu machen, halten wir für grob fahrlässig und für einen doppelten Rückschlag für die Person.



Mit diesen Erfahrungen starteten wir in die neue Saison, um anschließend weitere Rückschläge erfahren zu müssen. Wurde zu unserer Freude und ohne vorheriger Absprache in der vorangegangenen Saison noch eine offizielle Regenbogenfahne mit Emblem des Vereins als Symbol für die vielfältige Ausrichtung des Vereins im Stadion präsentiert, mussten wir mit Beginn der neuen Spielzeit leider feststellen, dass diese nicht mehr hing. Außerdem sollten zur neuen Saison überarbeitete Verbotstafeln im Stadion hängen, auf der u.a. auf neue rechte Kampfsportmarken hingewiesen wird. Die Druckvorlage hierfür wurde vom Fanbeauftragten sowohl dem Versammlungsleiter/ Sicherheitsbeauftragten sowie der Securityfirma vorgelegt, die für die Realisierung der transportablen Verbotstafeln zuständig ist. Leider erhielt dieser bis heute keine Rückmeldung darüber, ob und wann die Tafeln realisiert werden.



Ebenfalls zu Beginn der Saison wurde von uns Fans eine fanszeneübergreifende Aktion anlässlich des 75. Todestages von Leonard Moses Hirschtick durchgeführt. Hirschtick war Gründungsmitglied des VfB Oldenburg und wurde später von den Nationalsozialist*innen in Auschwitz ermordet. In Gedenken an das Schicksal des jüdischen Spielers wurden im Stadion Flyer verteilt und gemeinsam mit einem Angehörigen, der uns bereits bei der Gedenkstätte nach Auschwitz begleitet hat, eine Choreografie realisiert. Im Nachgang wurde das Bild auf verschiedenen Plattformen geteilt und veröffentlicht. Leider nicht vom VfB. Weder auf der Webseite, bei Facebook oder später im Nachgang in der Stadionzeitung wurde hierüber ein Wort verloren. Selbstkritisch müssen wir anmerken, dass wir dem Verein hier auch nicht zugearbeitet haben (beispielsweise durch Texte oder Bilder). Da die Flyer für die Aktion jedoch beim Sicherheitsbeauftragten vorgelegt und angemeldet werden mussten, gehen wir davon aus, dass die Vereinsverantwortlichen von der Aktion wussten, zumal ein Vorstandmitglied sich an dem Tag noch am Stadioneingang mit einer Person kurz über die Aktion unterhielt. Wir hätten uns gewünscht, dass die Verantwortlichen beim VfB die Gedenkaktion entsprechend würdigen.



Im Oktober diesen Jahres folgte der vorläufige Tiefpunkt. Weitestgehend nichtsahnend, dass sich die Situation im Umfeld des VfB Oldenburg später noch verschärfen würde, fragten wir beim Vorstand an, ob sich der VfB vorstellen könne, einen breiten zivilgesellschaftlichen Protestaufruf gegen den Landesparteitag der AfD in Oldenburg zu unterstützen. Dies wurde abgelehnt, weil in der Satzung des Vereins festgehalten ist, dass der VfB politisch und konfessionell neutral sei. Das mag zwar richtig sein, denn der VfB Oldenburg ist als Verein überparteilich. Dies heißt jedoch nicht, dass er somit auch wertneutral ist. Wir hätten uns an dem Wochenende, an dem der Parteitag stattfand, zumindest eine Positionierung für Menschenrechte und gegen rechte Hetze gewünscht, wie es viele andere Vereine und Institutionen in Oldenburg gemacht haben. Dies blieb leider aus und es kam noch schlimmer. Während verschiedene Fangruppen sich beim Heimspiel deutlich durch Spruchbänder gegen eine Partei positionierten, die offenkundig den Schulterschluss mit extrem Rechten sucht und die Grenzen des Sagbaren nach rechts verschiebt, nahm sich der Sicherheitsbeauftragte das Recht heraus, die Plakate eigenständig zu entfernen, was ihm zum Teil auch gelang. Am nächsten Tag erfolgte eine schriftliche Mitteilung durch den Vorstand, Geschäftsführung und dem Sicherheitsbeauftragten (wohl gemerkt ohne dies mit dem Fanbeauftragten zu besprechen), dass in Zukunft schriftliche Äußerungen nicht mehr zugelassen werden. Banner, Spruchbänder und Choreographien, die über die Selbstdarstellung der Fangruppen hinausgehen, müssten zukünftig beim Verein angemeldet werden. Nicht angemeldete Banner/Choreografien werden zukünftig entfernt. Zudem wurde mitgeteilt, dass der Block A (Supportblock der Ultras) mit sofortiger Wirkung geschlossen werde. Hier muss der Richtigkeit halber darauf hingewiesen werden, die Schließung aber unterschiedliche Gründe hatte)Das Vorgehen der Vereinsverantwortlichen hatte zur Folge, dass sich über die Grenzen der Stadt Oldenburg hinaus zahlreiche Vertreter*innen aus der Zivilgesellschaft (u.a. Bündnisse, Vereine, Kunst- und Kulturschaffende, Bands, Parteien bis hin zu Landtagsabgeordneten) mit uns solidarisierten und eine dazugehörige Erklärung unterstützten. Das Schreiben, welches wir heute einhergehend mit diesem Lagebild der Öffentlichkeit transparent machen möchten, wurde bei einem Treffen mit den Vereinsverantwortlichen (die zuvor jeglichen Dialog mit uns verweigerten) vorgelegt, jedoch nicht weiter zur Kenntnis genommen. Bei dem Treffen wurden u.a. die bereits hier geschilderten Entwicklungen kritisch von uns eingebracht. Letzten Endes blieben viele Fragen (z. B. nach der Regenbogenfahne oder der Verbotstafel) ungeklärt. Zudem wurde von den Verantwortlichen das eigene Verhalten in Hinblick auf den Vorfall im Sommer sowie bezüglich der Entfernung der Spruchbänder noch mal bekräftigt. Der Hinweis darauf, dass das Stadion kein grundrechtsfreier Raum sei (siehe hierzu folgendes BGH Urteil: https://www.wbs-law.de/personlichkeitsrecht/bgh-das-fusballstadion-ist-kein-grundrechtsfreier-raum-9832/) wurde ignoriert bzw. vom Sicherheitsbeauftragten sarkastisch kommentiert.



Nebenbei bemerkt nahmen zu unserem Erstaunen an dem Treffen Vertreter zweier Gruppen („Suburban“ und „Ammerländer Jungs“) teil, von denen einzelne Mitglieder in der Vergangenheit zum Teil bereits durch rechtes und diskriminierendes Verhalten im Stadion sowie mehrmaligen Versuchen, die Regenbogenfahne einer Fangruppe zu klauen, Was ist vorgefallen?auffielen und von denen einzelne Person Hausverbote im Fanprojekt hatten bzw. gegenwärtig noch haben. Bei den „Ammerländer Jungs“ handelt es sich um eine ältere Gruppe, während es sich bei den „Suburbans“ um eine 2017 gegründete Gruppe handelt. Beide Gruppen sind in jüngster Zeit kontinuierlich gewachsen und wurden im Gegensatz zu manch anderen Fans bei dem Treffen freundlich von einigen Verantwortlichen des VfB (insbesondere durch Geschäftsführer Benjamin Doll) begrüßt. Offenbar beflügelt durch die Haltungen der Verantwortlichen kam es im folgenden Auswärtsspiel in Jeddeloh zu Vorkommnissen, wie es sie beim VfB Oldenburg seit vielen Jahren nicht mehr gegeben hat. Aus besagter Personengruppe heraus wurden sexistische, homophobe und antiziganistische Gesänge getätigt. Außerdem ist eine Person aus dem Umfeld dieser Gruppe gegen eine Frau mit Regenbogenfahne körperlich tätlich geworden. Im Nachgang zu dem Spiel erschienen Mitglieder beider Gruppen beim Fanprojekt, was von einigen Fans als Bedrohungsszenario aufgefasst wurde, zumal eine Person zwischenzeitlich von „Zecken klatschen“ sprach. Bei der Verabschiedung soll außerdem ein „Hitlergruß“ gezeigt worden sein. Dieses Verhalten steht aus unserer Sicht dem antirassistischen und menschenrechtsorientierten Konsens der Oldenburger Fanszene gegenüber und ist beschämend, sowohl für die Fanszene als auch für den VfB Oldenburg. Leider wurden die Vorkommnisse von den Vereinsverantwortlichen im Nachgang nur bedingt zur Kenntnis genommen und weitestgehend ignoriert.



Als Reaktion auf diese erschreckenden und bedrohlichen Vorkommnisse zeigten sich im Spiel darauf gruppenübergreifend viele Fans solidarisch, indem sie Regenbogenfahnen mitbrachten, angemeldete Spruchbänder sowie eine große Blockfahne hoch hielten. Hierdurch sollte deutlich gemacht werden, dass in der Fanszene kein Platz für eben beschriebenes Verhalten ist. Auch aus anderen Fanszenen erreichten uns solidarische Aktionen und Botschaften (sowohl in Bezug auf die entwendeten Protestspruchbänder gegen die AfD als auch auf die jüngsten Vorkommnisse) bei denen wir uns an dieser Stelle nochmal herzlich bedanken. Die „Ammerländer Jungs“ und die „Suburbans“ reagierten auf die Aktion mit „Das hat mit Fußball nichts zu tun“ Gesängen und zeigten damit deutlich, dass sie ihr eigenes Verhalten nicht selbstkritisch reflektierten. Nichtsdestotrotz legten beide Gruppen Wert darauf, ihr Image als „normale“ Fußballfans zu wahren, indem sie zwei Tage nach dem Aktionsspieltag eine karitative Aktion (angeblich in Kooperation mit dem Diakonischen Werk) ins Leben riefen: „Oldenburg hilft“. Eine Spenden- und Sammelaktion zugunsten von Obdachlosen. Grundsätzlich halten wir es für richtig, wenn Fans aus unserer Szene sich sozial engagieren. Und in der Vergangenheit hat es viele solcher Aktionen gegeben. So haben die Ultras vom „Commando Donnerschwee“ in der Vergangenheit zum Beispiel Becher gesammelt für die Oldenburger Tafel e.V. und für Wildwasser e.V. Wir haben uns zudem an der Aktion „2nd Fan Shirt“ zugunsten von Geflüchteten beteiligt. Selbstkritisch müssen wir feststellen, dass wir uns in der Vergangenheit noch nie für Obdachlose engagiert haben. Eine Lücke, die von den beiden Gruppen gefüllt werden konnte.



In Anbetracht dessen, dass sich die Gruppen „Ammerländer Jungs“ und „Suburban“ bislang nicht sonderlich (und erst recht nicht öffentlich) von den Vorkommnissen in Jeddeloh distanziert haben, hat die Aktion für uns einen bitteren Beigeschmack und es entsteht für uns der Eindruck, dass Obdachlose instrumentalisiert werden, um die Gruppe in der Öffentlichkeit besser dastehen zu lassen. Eine Strategie, die neuerdings auch von extremen Rechten angewendet wird: Obdachlose werden für die eigene Politik instrumentalisiert, in der diese letzten Endes aber keinen Platz finden (2). Auch rechte Hooligans haben von solchen Aktionen schon Gebrauch gemacht. Um Missverständnisse vorzubeugen möchten wir klarstellen, dass es sich bei beiden Fangruppen nicht um extrem rechte Gruppen handelt. Nichtsdestotrotz vertreten viele Mitglieder menschenfeindliche Einstellungen und vereinzelte Mitglieder sind in der Vergangenheit nicht nur durch rechte und rassistisches Verhalten aufgefallen, sondern auch durch offensichtliche Profilbilder bei Facebook (u.a. „Kategorie C“- eine Band, die der extremen Rechten zuzurechnen ist (3)) oder der Teilnahme an Demonstrationen (z. B. „Hooligans gegen Salafisten“ (4)). Eine Abgrenzung von diesen Personen bleibt aus, weshalb wir beide Gruppen als rechtsoffen betrachten.



Wir wissen nicht, inwieweit es den Verantwortlichen des VfB Oldenburg bewusst ist, dass die beiden Gruppen problematisch sind, auch wenn sie auf die Vorkommnisse und Probleme hingewiesen worden sind. Es ist jedoch bedenklich, dass innerhalb weniger Stunden die Aktion auch auf der offiziellen Webseite vom VfB Oldenburg beworben wurde ohne zu hinterfragen, um welche Gruppen es sich dabei handelt und welche Probleme damit verbunden sein könnten. Angesichts vergangener Erfahrungen sollte sich insbesondere Geschäftsführer Benjamin Doll genauer mit den Fans seines Vereins bzw. Arbeitgebers auseinandersetzen. Im Jahr 2017 fuhr er in der Funktion als Marketingleiter in einem Bus zu einem Auswärtsspiel der Spielvereinigung Hamm, in dem sich auch zahlreiche Nazis befanden, die während des Spiels u.a. „Ein Hammer ein Stein ins Arbeitslager rein“ oder „Antifa Hurensöhne“ intonierten und mehrere schwarz weiß rote Fahne präsentierten (5). Pikanterweise fuhr er mit dieser Gruppe auch wieder zurück und verstrickte sich bei der Aufarbeitung in Widersprüche, was zu einer Richtigstellung in der Presse durch die Polizei führte (6). Die jetzige Tätigkeit für den VfB Oldenburg könnte Benjamin Doll die Möglichkeit geben, aus vergangenen Fehlern zu lernen. Stattdessen ist er auf dem besten Weg, erneut Fehler zu begehen, wenn es um den Umgang mit rechten oder rechtsoffenen Fans geht.



Was wir uns wünschen



Die beschriebenen Entwicklungen geben uns in Hinblick auf das Klima beim VfB Oldenburg sehr zu Bedenken. Viele Jahre ist es uns gemeinsam mit den Verantwortlichen beim VfB gelungen, für ein Klima im Stadion Sorge zu tragen, bei dem sich die Menschen in geschützter Atmosphäre wohl fühlen können. Aus unserer Sicht ist es wichtig, dass sich der VfB Oldenburg weiterhin deutlich für Menschenrechte und gegen Rassismus positioniert. Das Stadion ist kein apolitischer Raum und das Klima abhängig davon, wie sich Verein und Fans positionieren. Gerade in der jetzigen Zeit, wo sich die Grenzen des Sagbaren und gesellschaftliche Diskurse zunehmend nach rechts verschieben, ist es wichtig Position zu beziehen und eine klare Haltung einzunehmen. Eine ausbleibende öffentliche Positionierung hingegen kann schlimmstenfalls dazu führen, dass es zu weiteren Vorkommnissen kommt und rechtsoffene Gruppen noch selbstbewusster im Stadion auftreten werden. Hierdurch kann das Stadionerlebnis wieder attraktiver werden für organisierte Neonazis. Dies wird im schlimmsten Fall dazu führen, dass sich viele Menschen nicht mehr im Stadion wohl und sicher fühlen können. Schlimmstenfalls springen sogar Sponsoren ab, was für den VfB Oldenburg fatale Folgen hätte.



Neben einer klaren Positionierung wünschen wir uns eine verbesserte und regelmäßige Kommunikation mit den handelnden Personen beim VfB Oldenburg. Außerdem sollte die Zusammenarbeit mit den Fanbeauftragten gestärkt werden. Mit dem voraussichtlich 2019 beginnenden sozialpädagogischen Fanprojekt sollte frühzeitig Kontakt aufgenommen werden, um Konzepte für die Prävention von rechten Erscheinungsformen zu entwickeln (7). Dies sollte in Absprache mit bereits in dem Themenfeld aktiven Fans erfolgen. Außerdem empfehlen wir bei Problemen und Fragestellungen sich Expertise von außen einzuholen. Beispielsweise durch beratende Personen im Bereich Prävention, dem Landessportbund (8) oder etwa auch der Kompetenzgruppe Fankulturen & Sport Bezogene Soziale Arbeit (KoFaS GmbH) (9). Menschen, die Spiele des VfB Oldenburg besuchen (Fans als auch Sponsoren) empfehlen wir, die Entwicklungen im Stadion genauer zu beobachten und bei diskriminierenden Vorfällen den Fanbeauftragten zu kontaktieren. Vorkommnisse können außerdem bei der Koordinierungsstelle gegen Rechts (10) in Oldenburg sowie der Antidiskriminierungsstelle (11) gemeldet und dokumentiert werden. Falls es zu körperlichen Übergriffen oder Tätlichkeiten kommt, kann die Betroffenenberatung RespAct (12) oder auch Soliport (13) kontaktiert werden. Fans und Sponsoren sollten sich generell die Frage stellen, in welcher Atmosphäre sie zukünftig Spiele des VfB Oldenburg verfolgen möchten. In einem Umfeld, das Wert darauf legt, diskriminierendem Verhalten entgegen zu wirken oder in einem Klima, welches zulässt, dass Menschen aufgrund ihrer Nationalität, ethnischer und kultureller Herkunft, Religion und sexueller Identität im Stadion ausgegrenzt werden. Wir alle stehen in einer gesellschaftlichen Verantwortung. Eine deutliche Haltung gegen Rassismus wäre wünschenswert.



Warum wir diesen Schritt gehen



Bevor wir zum Ende kommen, möchten wir betonen, dass wir uns sehr lange damit schwer getan haben etwas zu den Entwicklungen beim VfB Oldenburg zu veröffentlichen. Teilweise gab es intern auch kontroverse Diskussionen darüber, wie mit den Vorkommnissen umzugehen ist. Angesichts der Tatsache, dass wir uns von den Verantwortlichen des VfB Oldenburg trotz Gesprächsversuche und eines aussagekräftigen Schreibens nicht ernst genommen fühlen, gehen wir mit diesem Schreiben schweren Herzens den Schritt an die Öffentlichkeit. Wir wollen damit den VfB und die Verantwortlichen keinesfalls diskreditieren. Wir sind uns auch darüber im Klaren, dass sich strukturell aufgrund des Ausgliederungsprozesses der Ersten Mannschaft in eine GmbH zur Zeit vieles im Umbruch befindet und manche Dinge hinten anstehen müssen. Nichtsdestotrotz möchten wir, dass der VfB Oldenburg unsere Anliegen aus genannten Gründen ernst nimmt und nicht ignoriert.



Oldenburg, 04. Dezember 2018



Weiterführende Links:



(1)http://www.vfbfueralle.de/?p=1116

(2) https://www.der-rechte-rand.de/archive/2868/kein-herz-obdachlose/

(3) https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie_C_(Band)

(4) https://de.wikipedia.org/wiki/Hooligans_gegen_Salafisten

(5) https://aah.noblogs.org/?p=1852

(6) https://www.wa.de/sport/hamm/nach-nazi-vorfaellen-beim-lippstadt-polizei-kritisiert-hammer-spvg-8795369.html

(7) http://www.bag-fanprojekte.de/index.php?id=startseite

(8) https://www.lsb-niedersachsen.de/

(9)http://www.kofas-ggmbh.de/

(10)https://www.koordinierungsstelle-gegen-rechts-oldenburg.de/

(11)https://ibis-ev.de/angebote/gegen-diskriminierung-und-rechtsextremismus/

(12) http://ldz-niedersachsen.de/nano.cms/parteiliche-beratung-niedersachsen

(13)https://soliport.de/



http://www.vfbfueralle.de/?p=1406#more-1406



Solidaritätserklärung

Die im Folgenden dokumentierte Solidaritätserklärung wurde am 15. November 2018 im Nachgang eines Treffens mit dem Geschäftsführer, dem Vorstand, dem Sicherheitsbeauftragten sowie vereinzelten Mitgliedern des Aufsichtsrates des VfB Oldenburg vorgelegt.

Menschenrechte und gesellschaftliche Diskussionen machen kein Halt vor den Stadiontoren

Solidarische Erklärung mit den Fans des VfB Oldenburg


Am 27. und 28. Oktober 2018 fand in Oldenburg (Oldb) der Niedersächsische Landesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) statt. Gegen diesen Landesparteitag gab es an dem Wochenende vielfältige Proteste. Mehrere tausend Menschen aus der Oldenburger Zivilgesellschaft demonstrierten gegen eine Partei, die offenkundig den Schulterschluss mit extremen Rechten sucht und die demokratischen Werte unserer Gesellschaft zunehmend in Frage stellt. Zahlreiche Fans des Regionalligisten VfB Oldenburg beteiligten sich an den Protesten und auch die Zweite Fußballmannschaft des VfB setzte auf ihrer Facebookseite ein deutliches Zeichen, indem sie sich für ein buntes und weltoffenes Oldenburg aussprach.

Da an dem Wochenende ein Heimspiel des VfB Oldenburg stattfand, sollte auch im Stadion von den Fans ein klares Bekenntnis gegen die Politik der AfD erfolgen. Von unterschiedlichen Fans und Ultras wurden deshalb Spruchbänder im Stadion präsentiert. Daraufhin wurde vom Ordnungsdienst und vom Sicherheitsbeauftragten des Vereins noch während des Spiels versucht, die Spruchbänder zu entfernen, was ihnen zum Teil auch gelang. Im Nachgang zu dem Spiel erreichte die Fans ein Schreiben des Vereins, in dem betont wurde, dass der VfB Oldenburg konfessionell und politisch „neutral“ sei. Die Fans wurden ausdrücklich darauf hingewiesen, dass schriftliche Äußerungen diesbezüglich nicht mehr zugelassen werden. Banner, Spruchbänder und Choreographien, die über die Selbstdarstellung der Fangruppen hinaus gehen, müssen zukünftig beim Verein angemeldet werden. Nicht angemeldete Banner/Choreografien werden zukünftig entfernt.

Aus unserer Sicht können wir das Vorgehen der Verantwortlichen des VfB Oldenburg nicht nachvollziehen. Gesellschaftliche Diskussionen machen vor den Stadiontoren keinen Halt, Fans schaffen die Rahmenbedingungen, unter denen ein Fußballspiel stattfindet. Solange die Aussagen auf Spruchbändern und Choreografien keine rassistischen und menschenfeindlichen Aussagen beinhalten, ist es ihr gutes Recht, sich auch im Stadion zu gesellschaftlichen Themen zu positionieren- unabhängig von der Satzung des gastgebenden Vereins.

Seit vielen Jahren sind die Fans des VfB Oldenburg über die Stadtgrenzen dafür bekannt, sich deutlich gegen Rassismus zu positionieren. Unter anderem der Fanverein VfB für Alle e.V.. hat in den letzten Jahren durch vielfältige Aktionen und Bildungsangebote einen maßgeblichen Beitrag dazu geleistet, das Klima in der Fankurve zu verbessern, damit sich möglichst viele im Stadion wohl fühlen können. Beispielhaft hierfür genannt sind Fußballturniere mit und die Integration von Geflüchteten in Oldenburg, die Beteiligung am Christopher Street Day oder auch die Gedenkstättenfahrt in das Vernichtungslager Auschwitz.

Innerhalb der Stadt Oldenburg, aber auch über die Stadtgrenzen hinaus, haben die Fans durch ihr Engagement einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass sich viele Menschen mit dem VfB Oldenburg identifizieren. Damit haben die Fans letztlich auch maßgeblich dazu beigetragen, die „Marke“ des Vereins zu stärken. Nicht zuletzt wurden die Fans für ihr Engagement 2015 vom Deutschen Fußball Bund mit dem Julius Hirsch Preis ausgezeichnet.

Hiermit erklären wir uns solidarisch mit den couragierten VfB Fans. Fußballfans, die einen wichtigen Beitrag für Menschenrechte und Demokratie leisten, dürfen nicht derart vom eigenen Verein bestraft werden. Vielmehr gilt es das Engagement der Fans zu schätzen und zu würdigen.

UNTERZEICHNER*INNEN:



Achim Woydowski (Verlag Die Werkstatt, Vertrieb)

AIDS Hilfe Oldenburg e.V.

ALSO-Arbeitslosenselbsthilfe Oldenburg

Altona 93-Abteilung Fußballfans

Andrea Müller, (Supervisior und Coacher, Fachberater im Themenfeld Rechtsextremismus, Menschenfeindlichkeit, Abwertungsmentalitäten und Demokratieförderung und Teilhabe)

Anja Kröber

ARGE ToR-Arbeitsgemeinschaft Tribüne ohne Rassismus (Blau Weiß Linz)

AstA der der Carl von Ossietzky Universität Oldeburg

Attac Regionalgruppe Oldenburg

Aufstehen gegen Rassismus Deutschland

Autonomes Feministisches Referat der Uni Oldenburg

BAFF- Bünndis Aktiver Fußballfans

Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN Niedersachsen Nord gGmbH

Blau Weiss statt braun e.V. KSC Fans gegen Rechts

Contra e.V.

Bernd Weidmann (Verlagsauslieferung Die Werkstatt)

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Stadtverband Oldenburg

Christian Katz, Lehrer

Christian von Manikowsky

Christoph Schottes (Verlag Die Werkstatt, Lektoratsleitung)

Christoph Ruf (Journalist)

Cine K GbR

Circus Radieschen

Deutsch Israelische Gesellschaft, AG Oldenburg

Die Anhänger_innen von Altona 93

DIE LINKE-Kreisverband Oldenburg Ammerland

DIE PARTEI-Kreisverband Oldenburg

Dirk von der Heide/ Fanclub 77 des SV Arminia Hannover

Disco//Oslo (Band)

Dorothee Jürgensen

Eintracht Fans gegen Rassismus und Diskriminerung

Evelyn Schuckardt

Fanprojekt Preußen Münster e.V.

Farschid Ali Zahedi, Filmemacher und Künstler

Freundeskreis für Sinti und Roma in Oldenburg e.V.

Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V.

Fußballfans gegen Homophobie e.V.

Fußballfreund*innen gegen Diskriminierung

GLI Indefessi

Güzel Tulan

Green Hot Spots Bremen

Grüne Jugend Oldenburg

Hanna Naber, SPD/MdL

Hans-Henning Adler, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE Oldenburg

Hermann Koch

IBIS-Interkulturelle Arbeitsstelle e.V.

Jan Grimm, Die PARTEI

Jonas Gabler, Fanforscher (KoFaS GmbH Berlin und Hannover)

Jolly und Ronja-Künstler_innenduo aus Oldenburg

Kein Bock auf Nazis Deutschland

Klemens Sieverding, Vorstand CSD Nordwest e.V.

Klimazentrum Kirchhatten e.V.

Klimakollektiv Oldenburg

Marian Swirski

Martin Endemann

Medienbüro Oldenburg

Monika Sellin, pensionierte Integrationslotsin der Stadt Oldenburg und Mitglied der Internationalen Frauengruppe Oldenburg

Naturfreunde Berlin

Na Und e.V.

Nicole Piechotta, SPD

Offener Antifaschistischer Treff Oldenburg

Oldenburger Rechtshilfe

Rafael Pust

REWIS-Refugees welcome in Sports e.V.

Roter Stern Leipzig

Schalker Fan Initative e.V.

Schlicktown Supporter

Sören Kohlhuber, Journalist

SPD Oldenburg-Stadt

Stadtmandat Fanzine

Städtefreundschaft Oldenburg-Efrin

Stephanie Dilba

Supporters Crew Göttingen

SV Wilhelmshaven Fan Infopage

Tennis Borussia Berlin Party Army

Tennis Borussia Berlin-Abteilung Aktive Fans

Thomas Hafke

Thomas Zielke

Tom Schröder, Jusos Oldenburg

Totale Dominanz Buer

Ulf Prange, SPD/MdL

ver.di Jugend Weser Ems

Verein Alte Glashüttensiedlung

Verein für selbstbestimmtes Leben e.V.- Wagenplatz Oldenburg

WABE Koordinierungs- und Fachstelle

Walter Dinninghoff

Werkstattfilm e.V.

Wohngenossenschaft HunteWoGen Wurzelwerk Oldenburg e.V.

Yezidisches Forum e.V.

Zebras stehen auf (MSV Duisburg)

ZSK (Band)

Zuletzt geändert von VfBfuerAlle am 09.12.2018 14:19, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Lagebild und Solidaritätserklärung

Beitragvon Feuerlein » 04.12.2018 18:37

danke. endlich wird das ganze mal konkretisiert.
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Re: Lagebild und Solidaritätserklärung

Beitragvon Keno » 04.12.2018 19:41

Feuerlein hat geschrieben:danke. endlich wird das ganze mal konkretisiert.
Ja, vielen Dank für dieses Engagement. Hut ab, und volle Unterstützung.

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Re: Lagebild und Solidaritätserklärung

Beitragvon Revo » 04.12.2018 22:49

Danke für die ausführliche Erklärung, das macht die Sache mal etwas transparenter.
Die Vorwürfe gegen den VfB scheinen mir zum Teil vielleicht etwas übertrieben, aber der Gesamteindruck der Vereinsverantwortlichen ist schon sehr ungünstig. Ich verstehe nicht, warum der Verein die Gelegenheit immer wieder verstreichen lässt, seine aktivsten Fans vernünftig einzubinden und diesen auch etwas Anerkennung vermittelt.
Die Vorwürfe gegen Suburban und AL sind schon ziemlich deftig. Es wäre sgut, wenn sich auch diese einmal zu dieser Sache äußern würden und sich im besten Fall eindeutig von rechtsradikalen, rassistischen und homophoben Umtrieben abgrenzen. Das halte ich für die einzige Möglichkeit, zu einem vernünftigen Miteinander aller Gruppen im Stadion zu kommen. Nur gemeinsam kann das über lange Jahre aufgebaute Klima erhalten bleiben, das Nazis und anderen Deppen ihre Aktivitäten beim VfB so schwer gemacht hat.
Von den Absender/innen der Erklärung wünsche ich mir schließlich noch eine selbstkritische Reflexion der eigenen Aktivitäten. Selbstverständlich hat politisches Engagement auch im Stadion seine Berechtigung, sollte aber nicht alles andere überlagern. Wenn Aktivitäten nur noch als Selbstdarstellung wahrgenommen werden, schadet es der Sache letztlich eher als dass es nützt.
"Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche." (Gustav Mahler)

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Re: Lagebild und Solidaritätserklärung

Beitragvon Roberto » 04.12.2018 22:57

Guter Text. Schäbiger Verein.
"Ich lege hier - für den Fall meines Todes - das Bekenntnis ab, daß ich die deutsche Nation wegen ihrer überschwänglichen Dummheit verachte, und mich schäme, ihr anzugehören." - Arthur Schopenhauer

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Re: Lagebild und Solidaritätserklärung

Beitragvon Dino » 05.12.2018 00:08

Hier wird vieles angeführt, was mir so oder überhaupt bisher in keiner Weise bekannt war. Es fügt sich leider zu einem Gesamtbild der gegenwärtigen VfB-Führung, das mich äusserst bedenklich stimmt.
Eine Stellungnahme der Vereinsführung ist aus meiner Sicht überfällig, um einen notwendigen Prozess der Klärung zu ermöglichen.
Ob dann Konsequenzen zu ziehen sind, und ggf. welche, muss ein Klärungsprozess hinsichtlich der (gelebten) Werte und des Selbstverständnisse des VfB erweisen.
„Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“
(Albert Camus)

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Re: Lagebild und Solidaritätserklärung

Beitragvon Ralvfb » 05.12.2018 13:24

Der Vorstand und der GF könnten die "Charta der Vielfalt" unterzeichnen. Viele andere Oldenburger Vereine und Unternehmen haben das getan, und es gibt aus meiner Sicht überhaupt keinen Grund, es nicht zu tun. Vielmehr kann damit ein klares Zeichen gegen Ausgrenzung setzen und der Forderung des "Lagebilds" nachkommen, Position zu beziehen.

https://www.charta-der-vielfalt.de/unterzeichnen-sie/unsere-unterzeichner-innen/liste/fct/oldenburg

Nachtrag: vielleicht ist das auch etwas für den Ehrenrat der Jakkolo-Abteilung? Er sah sich ja auch Vorwürfen ausgesetzt, die er gern von sich weisen möchte. Wäre eine Gelegenheit...
Für ein Nordwest-Stadion!

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Re: Lagebild und Solidaritätserklärung

Beitragvon Oldenburger79 » 05.12.2018 13:31

Revo hat geschrieben:Danke für die ausführliche Erklärung, das macht die Sache mal etwas transparenter.
Die Vorwürfe gegen den VfB scheinen mir zum Teil vielleicht etwas übertrieben, aber der Gesamteindruck der Vereinsverantwortlichen ist schon sehr ungünstig. Ich verstehe nicht, warum der Verein die Gelegenheit immer wieder verstreichen lässt, seine aktivsten Fans vernünftig einzubinden und diesen auch etwas Anerkennung vermittelt.


Bin ich auch der Meinung. Die eine Seite sollte aufpassen dass man vielleicht nicht übertreibt, der Verein hingegen sollte mal eine Erklärung abgeben und alle einbinden die sich im Verein engagieren möchten.

Revo hat geschrieben:Die Vorwürfe gegen Suburban und AL sind schon ziemlich deftig. Es wäre sgut, wenn sich auch diese einmal zu dieser Sache äußern würden und sich im besten Fall eindeutig von rechtsradikalen, rassistischen und homophoben Umtrieben abgrenzen. Das halte ich für die einzige Möglichkeit, zu einem vernünftigen Miteinander aller Gruppen im Stadion zu kommen. Nur gemeinsam kann das über lange Jahre aufgebaute Klima erhalten bleiben, das Nazis und anderen Deppen ihre Aktivitäten beim VfB so schwer gemacht hat.


Auch richtig. Politik sollte im Stadion im Normalfall keine große Rolle spielen. Linksextremistisches ist aber manchmal genau so konfliktträchtig wie rechtsextremistisches. Aber ich bin auch froh darüber dass Rechte im Stadion keine Chance haben sich zu profilieren. Und das sollte auch so bleiben.

Revo hat geschrieben:Von den Absender/innen der Erklärung wünsche ich mir schließlich noch eine selbstkritische Reflexion der eigenen Aktivitäten. Selbstverständlich hat politisches Engagement auch im Stadion seine Berechtigung, sollte aber nicht alles andere überlagern. Wenn Aktivitäten nur noch als Selbstdarstellung wahrgenommen werden, schadet es der Sache letztlich eher als dass es nützt.


Stimmt auch. Denn das Gefühl kann man bei einigen Gruppen manchmal haben. Und wenn dann noch der Verein mal anders reagiert als es einige gerne hätten wird groß gewettert dass alles blöd ist und sowieso. Dann wird eben jeder Schritt des Vereins negativ betrachtet und man gelangt dann natürlich oft auch zu dem Resultat. Natürlich ist das Vorgehen des VfB in letzter Zeit nicht immer das sensibelste, aber man sollte nicht alles falsch verstehen wollen.

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Re: Lagebild und Solidaritätserklärung

Beitragvon Critter » 05.12.2018 16:32

Es wurde sich sehr lange damit auseinandergesetzt es so zu veröffentlichen. Man hat ja der Vereinsführung mehrmals die Gelegenheit gegeben es zu klären. Dieses ist ja nicht, oder nicht ausreichend passiert. Ich glaube es ist allen klar, dass der Vorstand sehr viele Baustellen hat, die es erstmal zu bearbeiten gilt. Allerdings muss man dabei die Basis nicht außer Acht lassen. Gerade jetzt.

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Re: Lagebild und Solidaritätserklärung

Beitragvon InMemoriamWernerFuchs » 05.12.2018 16:50

Das liest sich von außen betrachtet nicht gut und klingt nach einem sehr kalten Winter...

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Re: Lagebild und Solidaritätserklärung

Beitragvon Zonny » 05.12.2018 18:03

Einige Punkte verstehe ich, aber man kann es auch übertrieben und sollte vorsichtig sein ganze Personengruppen ins rechte Spektrum zu stecken. Das macht unsere Gesellschaft gerne, wenn man nicht zu 100% deren linken Gedanken teilt.

Vor allem wenn man selber gegen Diskreminierung aus Ausgrenzung ist.

Und Doll quasi mit in die Ecke zu stellen weil er vermeintlich gemeinsame Sache mit nazis macht und den die Hand reicht um sich für die Aktion zu bedanken etc. Ist schon krass und fühlt sich wie Rufmord an.

Die Theorie das man mit der Obdachlosenaktion nur den deutschen helfen will ist eine Frechheit. Es gibt auch ausländische Obdachlose und vielleicht sollte man sich überlegen ob man dadurch vielleicht auch die Organisationen die mitmachen in ein schlechtes Licht rückt.

Finde die Willkür einiger Protagonisten auch oft seltsam und gehört angesprochen, aber über alles und jedem den „Politikhammer“ kreisen zu lassen nervt.

MEINE MEINUNG.
“Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Hass führt zu unsäglichem Leid.”
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Re: Lagebild und Solidaritätserklärung

Beitragvon Sunny1985_m » 05.12.2018 19:32

Zonny hat geschrieben:Einige Punkte verstehe ich, aber man kann es auch übertrieben und sollte vorsichtig sein ganze Personengruppen ins rechte Spektrum zu stecken. Das macht unsere Gesellschaft gerne, wenn man nicht zu 100% deren linken Gedanken teilt.

Vor allem wenn man selber gegen Diskreminierung aus Ausgrenzung ist.


Eben ,ihr ruft dazu auf, Menschen zu denunzieren.
Dann erklärt ihr , niemanden diskriminieren zu wollen, aber rückt SUB und AL direkt nach rechts. Was für ein verlogener Scheiß ,Sorry erinnert mich irgendwie an die Geschichten mit Vanguard :omg:

Zonny hat geschrieben:Und Doll quasi mit in die Ecke zu stellen weil er vermeintlich gemeinsame Sache mit nazis macht und den die Hand reicht um sich für die Aktion zu bedanken etc. Ist schon krass und fühlt sich wie Rufmord an.

Die Theorie das man mit der Obdachlosenaktion nur den deutschen helfen will ist eine Frechheit. Es gibt auch ausländische Obdachlose und vielleicht sollte man sich überlegen ob man dadurch vielleicht auch die Organisationen die mitmachen in ein schlechtes Licht rückt.


Sehe ich auch so ,Danke

Zonny hat geschrieben:Finde die Willkür einiger Protagonisten auch oft seltsam und gehört angesprochen, aber über alles und jedem den „Politikhammer“ kreisen zu lassen nervt.



So ist es, einfach mal wieder auf Fussball konzentrieren, das wäre toll...
Ob deren Initiative breit in der Öffentlichkeit gegen alles und jeden zu schießen und an den Pranger zu stellen besser für die Außenwirkung/Sponsoren ist als die aktuellen Dinge die der Verein vielleicht falsch macht wage ich doch stark zu bezweifeln.

Das ist mein Beitrag/Meinung dazu!
Zuletzt geändert von Sunny1985_m am 05.12.2018 20:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Lagebild und Solidaritätserklärung

Beitragvon Feuerlein » 05.12.2018 19:49

Jaja, die armen vanguards.

Ansonsten, in der taz sind wir nun auch

Fans dürfen nicht gegen AfD protestieren
Politik hat Stadionverbot

Nachdem sie im Stadion gegen die AfD protestierten, hat der VfB Oldenburg seinen Fans verboten, politische Banner zu zeigen. Das wirft Fragen auf.


http://taz.de/Fans-duerfen-nicht-gegen-AfD-protestieren/!5553438/
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Re: Lagebild und Solidaritätserklärung

Beitragvon Hugo Wrmblfzz » 05.12.2018 19:57

Feuerlein hat geschrieben:Jaja, die armen vanguards.

Ansonsten, in der taz sind wir nun auch

Fans dürfen nicht gegen AfD protestieren
Politik hat Stadionverbot

Nachdem sie im Stadion gegen die AfD protestierten, hat der VfB Oldenburg seinen Fans verboten, politische Banner zu zeigen. Das wirft Fragen auf.


http://taz.de/Fans-duerfen-nicht-gegen-AfD-protestieren/!5553438/


Das habe ich auch gerade gesehen und gelesen. Ich kann mir schlecht ein eigenes Bild machen und bin auf die Äußerungen von "Dritten" angewiesen. Meine einfache Frage lautet:

Warum redet man übereinander und nicht miteinander? Sehr sehr schade...

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Re: Lagebild und Solidaritätserklärung

Beitragvon Zonny » 05.12.2018 20:25

Jetzt sind die Gruppenmitglieder und unser Geschäftsführer medial als Rechte abgestempelt.

TOLL
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Re: Lagebild und Solidaritätserklärung

Beitragvon OLburger » 05.12.2018 20:44

Mir als Außenstehender ist das alles auch zu viel Politik!
Und dem Verein wahrscheinlich auch! Es hat sich meiner Meinung nach eine ultra-links-liberale fanszene in beim VfB entwickelt! Das ist grundsätzlich nichts schlechtes!
Jedoch jeden Schritt, den der Verein und seine Vertreter tätigen, zu bewerten, einige wenige Schritte als „rechts“ abzustempeln und diese dann in aller Welt breitzutreten, halte ich für äußerst fragwürdig!
Der VfB hat sich auch nicht gegen den Verzehr von Fleisch stark gemacht. Trotzdem klagt ihn kein Veganer an!
Man sollte der rechten Szene keine Chance geben, das unterschreibe ich sofort und da wird wohl der deutlich größere Prozentsatz der VfB-Fans zustimmen! Doch bitte reizt dieses anti-rechts-Thema nicht zu sehr aus... sonst hört keiner mehr zu, wenn es mal richtig stürmt Aus der rechten Richtung!
Ps.: ich warte nur darauf, wann die nwz Lunte riecht...

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Re: Lagebild und Solidaritätserklärung

Beitragvon IG3P » 05.12.2018 20:54

Danke OLburger.
100 % Zustimmung. :!:

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jayjay
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Re: Lagebild und Solidaritätserklärung

Beitragvon jayjay » 05.12.2018 21:01

Wenn man dengestrigen Artikel des VfA liest, wird schnell klar, dass es um deutlich mehr als Links/Rechts geht und da hat der Verein sehr viele Fehler gemacht. Das beginnt an der mangelnden Kommunikationsbereitschaft des Vereins und endet in der einseitigen Aufkündigung des Block A seitens des Vereins. Hinzukommt Die seit Ende Oktober geltende Genehmigungspflicht für Bannern, die gegen geltendes Recht verstößt.
Zudem kommt für mich, dass die Handelnden des Vereins mit einer gewissen Unfehlbarkeit kokettieren.
Also nicht über links/rechts lamentieren, und vielleicht nochmal den Artikel des VfA lesen.
Nur so als Tipp
Verein für Bewegungssspiele von 1897 e. V.

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Re: Lagebild und Solidaritätserklärung

Beitragvon Critter » 05.12.2018 21:03

Es ist mehrfach das Gespräch gesucht worden. Und ich persönlich fühle mich mit meinem Kind nicht wohl, wenn beim Verlassen des Stadion eben besagte Gruppen sich breit in den Weg stellen und man Umwege zum Auto machen muss. So etwas kann und will ich nicht. Mir kann keiner sagen, dass er das gut findet.

MrLocke
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Re: Lagebild und Solidaritätserklärung

Beitragvon MrLocke » 05.12.2018 21:05

Zonny hat geschrieben:Die Theorie das man mit der Obdachlosenaktion nur den deutschen helfen will ist eine Frechheit. Es gibt auch ausländische Obdachlose und vielleicht sollte man sich überlegen ob man dadurch vielleicht auch die Organisationen die mitmachen in ein schlechtes Licht rückt.

.


Entweder hab ich das überlesen oder die Theorie das man nur deutschen Obdachlosen helfen will hast du aufgestellt. Berichtige mich gerne.


Meine Meinung:

Wenn in einem Personenkreis Hitlergrüsse gemacht und toleriert werden, und wenn aus diesem Personenkreis eindeutig Kontakte zu Personen aus der rechten Szene gepflegt werden, dann ist dieser Personenkreis eindeutig rechtsoffen ohne wenn und aber!


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